Bauvorhaben “Hermann-Löns-Weg” in Scheidt: Grüne gegen aktuelle Planung

Auf Bestreben der Grünen Stadtratsfraktion wurde das Vorhaben von der Tagesordnung der städtischen Gremien genommen

Die Grünen im Stadtrat kritisieren das geplante Bauvorhaben in Scheidt, wonach auf dem Gelände einer durch einen Brand zerstörten, sehr großen Villa im Eduard-Mörike-Weg  Wohngebäude errichtet werden sollen. Im Zuge des Vorhabens soll außerdem die denkmalschutzrelevante Villa Kiefaber am Hermann-Löns-Weg abgerissen werden. Als Zuwegung zum Baugebiet wurden nun Alternativen zum ursprünglich geplanten Hermann-Löns-Weg ins Gespräch gebracht (über die Straße “Am Schmittenberg”), wofür eine große Waldfläche gerodet werden müsste. Die Grünen wollen das Bauvorhaben nicht überdimensioniert, sondern dem Wohngebiet angepasst sehen, und wollen auch den vorgeschlagenen Alternativweg verhindern, um die Waldfläche zu erhalten. 

“Das Bauvorhaben im Bereich des Hermann-Löns-Weges in Scheidt umfasst eine Fläche von etwa 7000 Quadratmetern, die für eine umfangreiche Wohnbebauung genutzt werden sollen. Wir sehen diesbezüglich gleich mehrere Probleme, weswegen wir darauf gedrängt haben, dass der Aufstellungsbeschluss für das Vorhaben, der im heutigen Bauausschuss gefasst und dann vom Stadtrat verabschiedet werden sollte, von den Tagesordnungen gestrichen wird”, erklären die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat, Yvonne Brück und Torsten Reif.

Die Grünen kritisieren, dass für das Vorhaben ein Teil des umschließenden Waldgebiets gerodet werden müsste. Reif und Brück: “Durch den Wegfall der Bäume ginge wertvolles Grün und eine Hangsicherung verloren. Die alternative Zufahrt durch den Wald wäre zudem extrem steil. Außerdem zeigt sich eine Wasserproblematik: Kürzlich wurden in dem Gebiet, im Mischwald, mehrere Nadelbäume wegen Borkenkäferbefall gefällt, was dazu geführt hat, dass die Straße “Am Schmittenberg” nach Regenereignissen jetzt ständig “unter Wasser” steht. Bereits in der Vergangenheit gab es in dem Gebiet – durch Abholzung und Neubauten verursacht – überflutete Keller. Nur durch eine sehr kostenintensive und aufwendige Hangsicherung in Form einer Stützmauer konnte das Problem gelöst werden. Wir befürchten, dass sich Ähnliches wiederholen könnte, wenn weitere Bäume im Zuge des Vorhabens gefällt würden.”

Darüber hinaus sehen die Grünen die Dimensionen der geplante Wohnbebauung kritisch. “Bei einem solch umfangreichen Vorhaben müsste auch die weitere nötige Infrastruktur mitgedacht werden, beispielsweise, was die Versorgung mit Kita-Plätzen angeht. Bereits jetzt gestaltet sich die Situation so, dass die Städtische Kita Scheidt vollständig belegt ist und es eine umfangreiche Warteliste gibt. Dort in unmittelbarer Umgebung nun ein größeres Baugebiet zu errichten, wäre fatal, da der Ausbau von Kita-Plätzen nicht schnell genug voran gehen kann, um mit dem zu erwartenden Bedarf Schritt zu halten. Wir erwarten daher, dass dieses Vorhaben grundsätzlich überarbeitet und in erster Linie vom Umfang her reduziert wird”, so Brück und Reif abschließend.

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