26.08.2011 | Auf dem Weg zur Schule für Alle

Je besser die Schul – und Berufsausbildung, desto erfolgversprechender die Berufs- und Lebenschancen. Dies gilt insbesondere für behinderte Menschen. Ebenso wie Nichtbehinderte haben sie einen Anspruch auf Bildung, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Wurde bis vor einigen Jahren jegliche Form des gemeinsamen Lernens als „integrativer“ Unterricht bezeichnet, wird zunehmend nach dem Grad der Einbeziehung der Bedürfnisse der behinderten SchülerInnen in den schulischen Alltag zwischen „Integration“ und „Inklusion“ unterschieden.
Inklusion steht für Einschluss, Einbeziehung, Dazugehörigkeit. Vereinfacht bedeutet Inklusion eine optimierte und erweiterte Integration.
Eine integrative Schule gliedert ein behindertes Kind in den auf nicht behinderte Kinder ausgerichteten Schulalltag ein, während eine inklusive Schule von Beginn an offen ist für alle Kinder. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Organisationsformen und Vorgehensweisen aus. Da Bildung Sache der Bundesländer ist, tragen sie diesem Anspruch in unterschiedlicher Form Rechnung. Wir begrüßen es sehr, dass Minister Kessler mit dem Pilotprojekt „Inklusive Schule“ begonnen hat und freuen uns, dass auch drei Saarbrücker Grundschulen dabei sind.
Auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention, die von Deutschland Anfang 2009 ratifiziert wurde und die das gemeinsame Lernen als Regelfall vorsieht, werden sich die saarländischen Schulen stärker für SchülerInnen mit einer Behinderung öffnen. Es wäre erstrebenswert, wenn in der zukünftigen Grundschul-Lehrerausbildung auch diese Problematik gelehrt würde.

Karin Burkart

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