19.08.2011 | Was kostet die Energiewende?

Allerorten wird die Energiewende diskutiert. Mal intelligent und offen, mal rückwärtsgewandt und ideologisch. Meist fällt der Blick dabei auf die Preisentwicklung, gepaart mit Stromausfallszenarien. Auch in Saarbrücken wird immer mal wieder, zuletzt auf dem Eschberg, das Thema angesprochen.
Als unabdingbar wird von den mächtigen Energiekonzernen eine enorme Preissteigerung prognostiziert. Und schuld daran seien die erneuerbaren Energien und der „überstürzte“ Ausstieg aus der Atomenergie. Viel zu einfach für ein solch komplexes Gebilde wie der Strommarkt.
Das Energiewirtschaftliche Institut der Uni Köln hat jüngst eine Studie zu den Kosten veröffentlicht: Bis 2030 wird der Ausstieg etwa 30 Milliarden € kosten. Das wären gerade mal 0,3 Cent mehr je Kilowattstunde. Nicht unbedingt eine riesige Summe. Ein weiteres oft genanntes Argument bei Preiserhöhungen heißt EEG, Erneuerbare-Energien-Gesetz. Vertrauensvolle Prognosen sind hier aber derzeit nicht zu erwarten, da die Lage durch das novellierte EEG erst neu analysiert werden muss. Auch der geplante massive Ausbau der Off-Shore Anlagen im Meer wird sich hier preislich bemerkbar machen.
Feststeht, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien steigen wird. Und durch das höhere Angebot an der Leipziger Strombörse wird sich dort der Preis senken.
Und was kommt für den Stromkunden raus? Vielleicht zwei bis drei Cent mehr, wobei einzelne Stromeinsparungen nicht berücksichtigt sind. Auch der vielzitierte Netzausbau führt nicht automatisch zu Mehrkosten. Sinkt nämlich der Verbrauch durch Sparmaßnahmen, wird das Netz weniger belastet und muss nicht für ständig höher steigende Kapazitäten ausgelegt werden.
Sie sehen Energiesparen lohnt.

Thomas Brück

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