25.03.2011 | Werden wir verschaukelt?

So fragten die Dudweiler BürgerInnen bei einer Info-Veranstaltung der Dudweiler Grünen die Müllverwiegung betreffend, wie sie in Saarbrücken seit dem 1. 1. 2011 praktiziert wird.
Keineswegs – das war der Fazit dieses Abends. Kajo Breuer, der Saarbrücker Umweltdezernent und Bernd Selzner, der Werkleiter des zentralen kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) standen der Bevölkerung Rede und Antwort.
Sowohl die Tatsache, dass statistisch jeder Saarbrücker über 230 Kilo Müll produziert (deutschlandweit sind es 170 kg) als auch der Umstand, dass die alte Preisgestaltung nur über Subventionen aufrecht erhalten wurde, erfordern ein Umdenken. Um eine Gebührenerhöhung zu vermeiden, müssen wir Müll einsparen. Durch das neue System ist es dabei sogar möglich, Gebühren zu sparen. Die bisherige Quer-Subventionierung der unterschiedlichen Abfuhrmöglichkeiten führt jetzt bei den Betroffenen zur Verwirrung. Dazu kommt es zu Irritationen, wenn man den Entsorgungsverband Saar (EVS), der nach Anzahl der Leerungen berechnet, mit ZKE verwechselt. Müllvermeidung und –trennung können zu einer Rückerstattung bzw. Gebührensenkung im kommenden Jahr führen. Derzeit benötigt jedoch der ZKE Erfahrungswerte im neuen System. In anderen Kommunen führte eine Müllverwiegung zu Kostensenkungen, ohne dass die viel beschworene Waldvermüllung zugenommen hat. Dies sollte auch in Saarbrücken möglich sein.
Ausführlich und mit großer Geduld erklärten die beiden Referenten an unterschiedlichen Beispielen das neue System. Ein herzliches Dankeschön dafür. Eine teilweise emotional geführte Diskussion schloss sich an. Ende des Jahres werden alle mehr wissen, auch die, die den Weg in das Bürgerhaus nicht gefunden hatten.

Karin Burkart

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