17.06.2011 | Ein Lied geht um die Welt

Keine Angst, die Stadtverordneten werden nicht anfangen zu singen, nachdem das Fernsehen jetzt die Ratssitzungen aufzeichnet. „La Paloma“, das meist gespielte Lied der Welt – in Mexiko ein Protestlied, in Rumänien zu jeder Beerdigung gehörend, in Sansibar am Ende jeder Hochzeitsfeier erklingend, auf österreichischen Schiffen verboten. In Deutschland ist es eng mit der Seefahrt verbunden und in vielen Variationen zu hören.
Die Ausstellung „interkulturelle Fettnäpfchen“, die z.Z. noch im Bürgeramt zu sehen ist, zeigt wie missverständlich Zeichen, Gesten und Äußerungen aufgenommen werden können. Der Verein BARIS hat ein informatives Begleitheft zur Ausstellung herausgebracht. Ob im Urlaub, auf Geschäftsreise oder im Alltag: überall stehen Fettnäpfchen bereit und in Unkenntnis treten wir hinein. Saarbrücken ist mit Menschen aus 160 Ländern eine internationale Stadt. Grund genug, sich zu informieren und Integrationspolitik als Daueraufgabe zu gestalten.
Das ZIB – durch die Grünen initiiert – hat den Auftrag, dies zu tun. In den 8 Jahren seines Bestehens ist dabei nicht nur ein integrationspolitisches Konzept entstanden – es wurden auch viele lebendige Projekte in Angriff genommen. Aktuelles Beispiel war der 2. orientalische Markt in Burbach. Er zeigt, wie ein Stadtteil seinen hohen Migranten-Anteil positiv in Szene setzen kann; und zwar so, dass alle etwas davon haben: der im Alltag wenig genutzte Platz füllte sich mit Leben. BesucherInnen aus Saarbrücken und weit darüber hinaus fanden den Weg nach Burbach, und Menschen mit kreativen Ideen konnten ihr Verkaufsgeschick erproben. Das gebotene kulturelle Programm wurde von den unterschiedlichsten Nationen gestaltet. Welch ein Fest!

Karin Burkart

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