07.10.2011 | Aufbruch für Erneuerbare Energien in Saarbrücken

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung Saarbrückens beträgt nur ca. 4%. Allein diese Zahl zeigt, dass wir dringend eine wirkungsvolle Ausbaustrategie brauchen und sie mit Nachdruck verfolgen müssen. Hiervon hängt unsere Zukunftsfähigkeit entscheidend ab! Dennoch sind es derzeit andere saarländische Kommunen, die Vorreiter beim Ausbau Erneuerbaren Energien sind, z.B. Merzig und Nalbach. Dabei ist insbesondere unser Potenzial für Solarstrom beachtlich: Zwischen 30 und 40% des Strombedarfs könnte nach der Studie von Prof. Dr. Klärle auf der Hälfte aller hierfür geeigneten Saarbrücker Dächern erzeugt werden. Wir könnten erheblich mehr davon profitieren, dass das Saarland eines der sonnenreichsten Bundesländer ist.
Ebenso ist die Stromerzeugung aus Windenergie um ein Vielfaches steigerbar. Hier liegen besondere Chancen in der Kooperation mit anderen saarländischen oder französischen Gemeinden. Enormes Potential liegt auch im konsequenten Nutzen von Biomasse. Hierzu gehören speziell das Altholz aus dem Saarbrücker Forst, Grünschnitt und die Abfälle aus der Biotonne. Die Staustufe der Saar bei Güdingen birgt ebenfalls bislang ungenutztes Potenzial. All dies müssen wir jetzt angehen, damit in Zukunft Energie bezahlbar bleibt und wir wirklich unabhängig werden von Atomstrom.
Die Chancen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind vielfältig, entsprechende Investitionen rentierlich – sowohl für die Stadt als auch für die BürgerInnen. So schaffen Klimaschutzbriefe Bürgerbeteiligungsmodelle. Mit Nahwärmekonzepten können attraktive Angebote für die Modernisierung in Wohngegenden gemacht werden, Unternehmen erhalten zuverlässige Produktionsbedingungen etc.
Dies geht aber nur, wenn wir gemeinsam dieses Ziel verfolgen: angefangen von der Bauleitplanung, über die Wirtschaftsförderung bis zur Entwicklung von Bürgerkraftwerken müssen schnell Veränderungen erfolgen.

Claudia Willger

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