Stadtratskoalition begrüßt Umsetzung zahlreicher Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs – Kritik an SPD 

In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 24.11.2021 hat die Verwaltung über die in jüngerer Vergangenheit erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in Saarbrücken berichtet und einen Ausblick auf künftige Projekte gegeben. Die Koalition aus CDU, B90/Die Grünen und FDP begrüßt, dass zahlreiche durch die Koalition angestoßene Maßnahmen inzwischen umgesetzt wurden. Weiterhin kritisiert sie das Verhalten der SPD in Bezug auf die Thematik Fahrradverleihsystem. Die Verwaltung wurde längst von der Jamaika-Koalition mit der Entwicklung eines solchen Systems beauftragt.


“Zum Gelingen der Mobilitätswende ist es unabdingbar, alle Möglichkeiten zur Stärkung der umweltfreundlichen Verkehre zu nutzen. Täglich finden in Saarbrücken noch rund 45.000 Pkw-Fahrten mit einer Wegstrecke von zwei Kilometern oder weniger statt. Diese Zahl gilt es deutlich zu reduzieren, unter anderem mit einer Aufwertung der Radverkehrsinfrastruktur. Als Jamaika-Koalition haben wir bereits viele Projekte angestoßen, die inzwischen von der Verwaltung umgesetzt wurden oder sich in Bearbeitung befinden. Das scheint der SPD-Fraktion entgangen zu sein, was ihr Verhalten in Bezug auf das Thema Fahrradverleihsystem unterstreicht. Die Verwaltung befindet sich diesbezüglich längst in der Ausarbeitung, da sie von der Jamaika-Koalition bereits im März dieses Jahres entsprechend dazu beauftragt wurde. Die SPD hätte durchaus die Möglichkeit gehabt, sich schon damals mit ihren Vorschlägen konstruktiv mit einzubringen.

Stattdessen wird erst jetzt ein Antrag aus dem Hut gezaubert, der auch noch wenig durchdacht erscheint. Ein rein stationäres Leihsystem, etwa an Bus- und Saarbahnhaltestellen einzurichten, wird die Attraktivität des Radverkehrs nicht steigern. Denn diese Stellen sind auch einfach ohne Rad, nämlich mit dem ÖPNV zu erreichen. Darüber hinaus bestünde eine Platz-Problematik. Die innerstädtischen Saarbahnhaltestellen etwa böten schlicht keine Möglichkeit, um dort in größerem Umfang Leihräder zu positionieren.

Entscheidend für ein flexibles und attraktives Verleihsystem muss sein, dass die Bürger:innen die Möglichkeit haben, auch die “letzte Meile” zum Zielort mit dem Rad zurücklegen zu können und dabei die Option haben, das Rad anschließend nicht mehr zur Station zurückbringen zu müssen, wenn es nicht mehr gebraucht wird. Selbstverständlich muss hierbei gewährleistet sein, dass die Räder am Ende des Tages – wie im Übrigen auch bei den E-Scootern – wieder eingesammelt werden. Genau für ein solches System macht sich die Jamaika-Koalition stark.

Darüber hinaus hätte die SPD in den vergangenen Ratsperioden zahlreiche Gelegenheiten gehabt, die Radverkehrsinfrastruktur mit derartigen Maßnahmen zu stärken. Allerdings schien es ihr mehr daran gelegen gewesen zu sein, solche Projekte zur Stärkung des Radverkehrs erst gar nicht anzugehen oder auszubremsen.

Glücklicherweise konnten wir in der Zeit der Jamaika-Koalition derartige Versäumnisse bereits nachholen, was jetzt im Verkehrsausschuss durch den Bericht zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur deutlich wurde. Besonders hervorzuheben sind die Ausweisung der Hohenzollernstraße als Fahrradstraße und die Einrichtung der Fahrradzone im Nauwieser Viertel. Die Stadt Saarbrücken nimmt hier bundesweit Vorbildcharakter ein.

Diese Maßnahmen bedeuten ein Plus an Verkehrssicherheit für Radler:innen genauso wie die von uns geforderte Einführung des Grünpfeils für den Radverkehr. Der Grünpfeil wurde inzwischen an der Ecke Stadtgraben/Betzenstraße sowie der Kreuzung Dudweiler Straße/Richard-Wagner-Straße eingerichtet. Nach entsprechender Prüfung soll es demnächst außerdem an der Ecke Keplerstraße/Vorstadtstraße den Grünpfeil geben“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Yvonne Brück.

“Darüber hinaus wurde in diesem Jahr im Zuge der Umbauarbeiten im Umfeld des Ludwigskreisels die Anbindung des Sitterwegs und damit des Rodenhofs an den Radverkehr deutlich verbessert. Am Südring sowie in der Theodor-Strom-Straße in Dudweiler wurden Markierungen bei Fahrbahndecken-Instandsetzungen erneuert sowie Schutzstreifen und Piktogramme angeordnet, um einige weitere Beispiele zu nennen. Flankierend dazu geht der Ausbau von Radabstellanlagen weiter voran. Alleine in der Fahrradzone Nauwieser Viertel wurden in diesem Jahr 53 neue Plätze installiert, außerdem ist die Einrichtung von Veloboxen geplant”, ergänzt Hermann Hoffmann, verkehrspolitischer Sprecher der CDU Stadtratsfraktion.

Für die Zukunft befinden sich zahlreiche weitere Maßnahmen zur Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur in der Landeshauptstadt in Planung. “Perspektivisch soll auch die Beethovenstraße zur Fahrradstraße werden, es werden weitere Geh- und Radwege ausgewiesen (bsp. Metzer Straße und in Scheidt Mitte) und Radmarkierungen vorgenommen (bsp. Provinzialstraße in Fechingen). Parallel dazu wird die Einrichtung von Radabstellanlagen fortgeführt und es soll diverse Machbarkeitsstudien zum Ausbau der weiteren Radverkehrsinfrastruktur geben. Für das von uns beantragte Fahrradverleihsystem erwarten wir eine zügige Umsetzung, um den Umstieg vom Pkw aufs Fahrrad insbesondere für kürzere Fahrten in der Stadt weiter zu attraktivieren”, so Hermann Hoffmann abschließend.

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