Lkw-Durchfahrtsverbot: Koalition bringt Einrichtung erster Schutzzonen in Saarbrücken auf den Weg 

In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 24.11.2021 hat die Saarbrücker Stadtratskoalition aus CDU, B90/Die Grünen und FDP den Weg für die sukzessive Einrichtung von Lkw-Durchfahrtverbotszonen für den Schwerlast-Durchgangsverkehr in der Landeshauptstadt Saarbrücken frei gemacht. Erste Durchfahrtsverbots-Zonen (Lebacher Straße sowie Fechingen/Eschringen/Ensheim) sollen im kommenden Jahr geplant und 2023 umgesetzt werden. Weitere werden folgen.

“Viele Bürger:innen der Landeshauptstadt Saarbrücken, unter anderem in Fechingen, Ensheim, Eschringen oder der Lebacher Straße, leiden unter der Lärm- und Schadstoffbelastung der zahlreichen Lkw, die täglich die Straßen passieren, aber weder Waren in der Stadt selbst anliefern noch abholen. Sie nutzen Saarbrücken vielmehr als Abkürzung, beispielsweise für die Fahrt Richtung Frankreich. Aus diesem Grund setzen wir uns seit Jahren dafür ein, diese Lkw aus dem Stadtgebiet zu verbannen. Die Ergebnisse eines dazu beauftragten Gutachtens liegen nun vor und wir begrüßen sehr, dass wir im Verkehrsausschuss die Einrichtung von ersten Schutzzonen auf den Weg bringen konnten. 

Im kommenden Jahr werden für die Bereiche, bei denen Einigung mit der Verkehrsbehörde besteht und in denen der Verdrängungsverkehr gut auffangbar ist, Durchfahrtverbotszonen geplant. Diese sollen 2023 umgesetzt werden. Dies betrifft die Lebacher Straße sowie Ensheim, Fechingen und Eschringen. Durch letztere Maßnahme wird auch das Mandelbachtal entlastet. Entsprechende Planungsmittel werden für den kommenden Haushalt bereitgestellt. Da die Ausweisung noch vor dem Beginn des Brückenneubaus der  Fechinger Talbrücke in Kraft treten soll, wird sich der Lkw-Wahnsinn von 2016 hoffentlich nicht mehr wiederholen, da alle Lkw ab 3,5 Tonnen, welche nicht dem Ziel- und Quellverkehr angehören, ausschließlich die  Autobahn nutzen werden”, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Yvonne Brück.

Das Gutachten hat insgesamt 11 Schutzzonen im Stadtgebiet benannt, in denen die Belastung durch den Lkw-Verkehre groß ist, und Ausweichrouten ermittelt. “Die Schutzzone “Malstatt”  wird sich dabei vom Cottbuser Platz im Süden entlang der Lebacher Straße bis zur Anschlussstelle “Von der Heydt” im Norden an der A1 erstrecken. Im Osten beginnt die Zone an der Straße Am Ludwigsberg (weiter nördlich begrenzt die Fischbachstraße) und erstreckt sich entlang der Von-der-Heydt-Straße bis zum Stadtteil Burbach im Westen. Ausweichrouten sind unter anderem die A 623 (über Saarbrücker Kreuz) sowie die A8. Was die Zone Ensheim, Fechingen und Ensheim anbelangt, so wird bereits  auf der A 6 von Güdingen kommend auf das Lkw-Durchfahrtsverbot hingewiesen sowie zusätzlich in den Ortseinfahrten.

Perspektivisch sollen im Jahr 2023 weitere Zonen geplant (zunächst Burbach sowie Scheidt) und 2024 umgesetzt werden. Bei einigen Schutzzonen muss noch eine abschließende Lösung beraten werden, damit andere Kommunen nicht durch mehr Lkw-Verkehr belastet werden. Außerdem wird es noch Beratungen zu Tempo 30-Zonen als zusätzliche Lärmentlastungs-Maßnahme geben”, ergänzt Hermann Hoffmann, verkehrspolitischer Sprecher der CDU Stadtratsfraktion.

Die Koalition verspricht sich von diesen Maßnahmen eine deutliche Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastung in den entsprechenden Stadtteilen. “Damit sorgen wir für eine wesentlich höhere Lebensqualität für die Anwohner:innen und letztlich für ein deutlich besseres Stadtklima, wovon alle Einwohner:innen der Landeshauptstadt profitieren. Zusätzlich schaffen wir ein großes Stück mehr Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen entlang der betroffenen Straßen”, so der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat, Dr. Helmut Isringhaus abschließend.

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