Koalition im Saarbrücker Stadtrat setzt sich für angemessenes Andenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus am Standort der alten Synagoge ein

Die Fraktionen von B90/Die Grünen, CDU und FDP im Stadtrat Saarbrücken setzen sich dafür ein, einen angemessenen Gedenkort an der ehemaligen Saarbrücker Synagoge (Ecke Kaiser- und Futterstraße) zu schaffen, die am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde.

Hierzu erklären die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Yvonne Brück, und der kulturpolitische Sprecher, Thomas Brass: “Die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 stellt eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte dar. Synagogen, jüdische Friedhöfe und Geschäfte wurden von den Nationalsozialisten gebrandschatzt und zerstört. Auch die ehemalige Saarbrücker Synagoge am Standort Ecke Kaiser- und Futterstraße ist in dieser Nacht den Flammen zum Opfer gefallen. Bis heute erinnert an diesem Standort lediglich eine schlichte Gedenktafel aus Aluminium an die Opfer der fürchterlichen Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Darin sehen wir kein angemessenes Andenken an die Opfer und sprechen uns für die Schaffung eines Gedenkortes – unter Einbeziehung der jüdischen Gemeinde – aus, der der großen geschichtlichen Bedeutung des Standortes der ehemaligen Synagoge Rechnung trägt.”

Dr. Sirin Özfirat, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion, ergänzt: “Auch wir sind der Auffassung, dass diese schlicht gehaltene Tafel der großen Bedeutung dieses historischen Ortes nicht gerecht wird und nicht angemessen an die Opfer erinnert. Daher setzen wir uns dafür ein, dass die Stadt in enger Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Möglichkeiten für die Einrichtung eines Andenkens prüft, das der historischen Dimension dieses Ortes gerecht wird, und die entsprechenden finanziellen Mittel hierfür bereitstellt. Die konkrete Ausgestaltung und Form des Gedenkortes soll dabei eng zwischen Stadt und jüdischer Gemeinde abgestimmt werden.“ 

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