Koalition fordert verstärkte Initiativen zum Wohnungsbau

CDU und Bündnis 90/Die Grünen sehen in der Stärkung des Wohnstandortes Saarbrücken gemäß dem Koalitionsvertrag eine der zentralen Aufgaben. Deswegen haben wir im Bauausschuss eine umfassende und grundlegende Debatte angestoßen, um dieses für die Landeshauptstadt so wichtiges Thema umfassend diskutieren zu können. Die Verwaltung unter Oberbürgermeister Uwe Conradt folgt dem nach und hat als Arbeitsgrundlage eine umfassende Untersuchung der Wohnungssituation und der Bautätigkeit im letzten Jahrzehnt vorgelegt. Dort sind Stärken und Schwächen klar erkennbar. U. a. wird deutlich, dass wir einen überdurchschnittlich alten Baubestand mit hohem Sanierungspotenzial haben und dass Saarbrücken eine unterdurchschnittliche Bautätigkeit im Vergleich zu anderen gleich großen Städten aufweist. Die Mieten sind geringer als anderswo und wir brauchen doch weiteren sozialen und preisgünstigen Wohnraum. Aber auch neue Eigenheime und Eigentumswohnungen werden vermisst. 

„Diesen Aspekten nachzukommen ist unsere gemeinsame Pflicht. Der verantwortliche Umgang mit Flächen, nachhaltiges Bauen, soziale Durchmischung, ein lebenswertes Umfeld und nicht zuletzt attraktive Angebote für junge Familien mit ihren Kindern sind wichtige Parameter unseres Handelns“, erklären Hermann Hoffmann, der baupolitische Sprecher der CDU, und Yvonne Brück, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Saarbrücker Rat, und ergänzen: „Dabei wollen wir die ganze Stadt mit all ihren Stadtteilen und nicht nur das Zentrum im Blickfeld haben“.

„In der Aprilsitzung des Bauausschusses haben wir bereits einen Antrag verabschiedet, der die Verwaltung auffordert, eine deutlich aktivere Rolle bei der Schließung von Baulücken einzunehmen. Nun möchten wir, dass die Verwaltung sich mit verbesserten Bedingungen für Umnutzungen, etwa von ungenutzten Bürogebäuden in Wohnraum, für Aufstockungen und Nachverdichtungen, einsetzt“, kündigt Hermann Hoffmann an. 

Yvonne Brück ergänzt: “Die Potenziale sind in der Stadt vorhanden. Die Veränderungen in der Arbeitswelt (z. B. Home-Office) sind mit Corona noch intensiver erkennbar geworden. Wir wissen, es sind dicke Bretter zu bohren. Wir hoffen aber auch, dass der Staat mit besseren Fördermöglichkeiten mithilft, neuen Wohnraum zu schaffen – und dies, ohne weitere Flächen versiegeln zu müssen und dort, wo Infrastruktur meistens eh vorhanden ist.“

Aber auch die Stadtverwaltung ist in der Pflicht. So passt z. B. die aktuelle Stellplatzrichtlinie nicht mehr überall. Als kürzlich ein Investor im Gestaltungsbeirat sein Projekt vorstellte, war dies deutlich ersichtlich. Er möchte eine Baulücke schließen und Wohnraum für Studierende schaffen. „Nur, muss pro Appartement wirklich ein PKW-Stellplatz bereit gestellt werden?“, fragen sich Yvonne Brück und Hermann Hoffmann in diesem Zusammenhang, zumal in unmittelbarer Nähe eine direkte Busverbindung zur Universität besteht.

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