Vermeidung von Plastik: Saarbrücker Stadtratskoalition fordert Aktionsplan

Gemeinsame Presseerklärung von CDU, B90/Die Grünen und FDP im Saarbrücker Stadtrat:

Die Koalition aus CDU, B90/Die Grünen und FDP im Saarbrücker Stadtrat setzt sich für die konsequente Vermeidung von Plastik in der städtischen Verwaltung, in städtischen Einrichtungen wie Kitas und Schulen und bei Festen in der Landeshauptstadt ein. Die Koalition beauftragt die Verwaltung mit der Erarbeitung und Umsetzung eines entsprechenden Aktionsplans.  Ausgenommen dürften nur Plastik-Produkte sein, die zurzeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingesetzt werden müssen.  

“Die Vermüllung durch Plastik stellt eine der größten Umweltbelastungen überhaupt dar. Jährlich gelangen schiere 12,7 Millionen Tonnen an Plastikmüll in die Weltmeere. Der hohe Verpackungsverbrauch treibt diese Zahlen hoch, Einweggeschirr und „To-go“-Plastikverpackungen haben einen großen Anteil. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit können lediglich 46 % der Kunststoffprodukte recycelt werden. Über die Hälfte der Kunststoffprodukte wird der thermischen Müllverwertung zugeführt, wobei Kohlendioxid und umweltschädliche Stoffe entstehen. Wir setzen uns daher dafür ein, dass die Landeshauptstadt mit gutem Beispiel vorangeht und ihrerseits das Möglichste unternimmt, um die Verwendung von Plastik einzudämmen, noch bevor gesetzliche Regelungen hierzu auf Bundesebene umgesetzt werden. Dazu soll ein entsprechender Aktionsplan erarbeitet werden”, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, Dr. Jérôme Lange. 

Die Koalition weist in diesem Zusammenhang auf die gesundheitsschädliche Wirkung von Plastikprodukten hin. “Durch den Zerfall der Produkte entstehen Mikroplastik-Partikel, die Schadstoffe absorbieren, giftige Substanzen, Viren und Bakterien transportieren, die von Lebewesen aufgenommen werden und letztlich über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangen können. Besonders Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet”, so Dr. Helmut Isringhaus, Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat.

Die Landeshauptstadt solle daher ihr Möglichstes unternehmen, um in allen Institutionen, die zu ihrem Verantwortungsbereich zählen, sowie bei Veranstaltungen den Plastikverbrauch einzudämmen. “Einweg-Plastikprodukte müssen umgehend zu einem Nogo werden. Einen ersten Schritt zur Eindämmung des Plastikverbrauchs und damit auch -mülls haben wir in der Landeshauptstadt im Jahr 2019 mit der Einführung des Mehrwegbechers “Quattro Cup” unternommen. Weitere müssen folgen. Damit bekämpfen wir nicht nur eine der größten Umweltproblematiken auf dieser Welt, sondern leisten auch einen Beitrag zur Gesundheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger”, ergänzt Dr. Volker Krämer, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion.

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