10.05.2019 | Keine neuen Autobahn-Anschlüsse! – Verkehrspolitik von vorgestern

Saarbrücken, 10.05.2019. Die Grünen im Stadtrat erteilen den Planungen für eine Querverbindung zwischen A623 und A1 sowie eine Erweiterung der A623 bis zur A620 eine klare Absage. Solche Projekte würden allen Klima- und Umweltschutzbemühungen sowie allen Anforderungen an eine umweltfreundliche, zukunftsfähige Verkehrspolitik zuwider laufen.

„Eine neue Autobahn von der Camphauser Straße über die Westspange an die A620 als eine Riesenentlastung für Saarbrücken zu bezeichnen, wie es aus dem Bundesverkehrsministerium verlautet und es regelrechte Begeisterungsstürme bei der FDP auslöst, halten wir für eine Verkehrspolitik von vorgestern. Mit uns Grünen wird es keinen Lückenschluss zwischen A623 und A620 und auch keine Querverbindung der A1 zur A623 geben. Dieses Projekt wird seit Jahrzehnten im Bundesverkehrswegeplan mitgeführt und wurde aus gutem Grund bisher nicht angefasst. Der Bund würde die Projekte letztlich nie finanzieren. Abgesehen davon sind sie in erster Linie aus Gründen des Klima-, Umwelt- und Artenschutzes rigoros abzulehnen”, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, Torsten Reif.

Reif weiter: “Alleine für eine Querverbindung von der A1 zur A623 wären umfängliche Waldrodungsarbeiten nötig. Außerdem erfüllt die A8 schon die Funktion einer Verschwenkung der A1. Wir halten es darüber hinaus für absurd, zu behaupten, es stelle eine Entlastung für Saarbrücken und seine Bürger*innen dar, wenn eine weitere Autobahn (Verbindung A620-A623) mitten durch die Stadt – über den Bürgerpark – gebaut würde.“

Eine Realisierung der Projekte würde letztlich dazu führen, dass die Stadt noch attraktiver für den motorisierten Individualverkehr werde. Reif: “Dies hätte fatale Folgen für das Stadtklima und letztlich für die Lebensqualität der Bürger*innen aufgrund der Schadstoff- und Lärmbelastung. Die Mobilität von morgen muss sich auf die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie das Fahrrad und den ÖPNV verlagern, damit die Bürger*innen echte Alternativen zur Fahrt mit dem Pkw in die Stadt erhalten.”

Reif abschließend: “Wir wollen für Saarbrücken attraktive Radwege, Busse und Bahnen mit guten Anschlüssen und gerechten Tarifen, Park+Ride-Parkplätze in Randgebieten mit ÖPNV-Anbindung. Würden die Milliarden, die für solche Autobahnprojekte ohne mit der Wimper zu zucken ins Spiel gebracht werden, für die Infrastruktur dieses umweltfreundlichen Verkehrs investiert, wären wir schon viel weiter. Genau darauf und nicht auf Diskussionen über Mondprojekte für neue Autobahnanschlüsse müssen wir uns fokussieren. Wer wie die FDP in Zeiten der Fridays-for-future-Bewegung und der Tatsache, dass wir mit einem Weiter-So auf eine unvermeidliche Klimakatastrophe zusteuern, eine solch klimafeindliche Politik betreibt, der lebt tatsächlich hinterm Mond.“  


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