30.08.2018 | Qualität der Kita-Betreuung: Bund und Land in Finanzierungsverantwortung

Saarbrücken, 30.08.2018. Angesichts der Stagnation in der Qualität der Betreuung in den Kitas erwarten die Grünen im Stadtrat von Land und Bund, nach besseren Finanzierungsmöglichkeiten der gesetzlich garantierten Kinderbetreuung zu suchen. Insbesondere die Landeshauptstadt müsse deutlich mehr Unterstützung für die Schaffung von Betreuungsplätzen und die Einstellung von pädagogischem Personal erhalten.

“Wie der aktuelle Bildungsmonitor zeigt, kommen in saarländischen Kinderkrippen im Schnitt 3,8 Kinder auf eine Betreuungskraft, in den Kindergärten sind es sogar 9,6. Entscheidende Verbesserungen gibt es seit Jahren nicht. Wenn sich das Betreuungsverhältnis nicht verbessert, wird auch das durchaus positiv zu bewertende Bildungspapier der Landesregierung, wonach Themen wie Inklusion, Digitalisierung und demokratische Teilhabe mehr in den Fokus gerückt werden sollen, ein zahnloser Tiger bleiben.

Für eine angemessene Personalausstattung müssten jährlich über 60 Millionen Euro im Saarland aufgewandt werden. Das können die Kommunen nicht leisten. Die Landeshauptstadt investiert zwar ihr Möglichstes, um den Ausbau der wichtigen Ganztagsangebote im Kita-Bereich voranzutreiben. Dennoch steigen sowohl Nachfrage als auch Anforderungen an das pädagogische Personal, zumal immer mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf die Einrichtungen besuchen. Daher braucht die Stadt endlich mehr finanzielle Unterstützung beim Kita-Ausbau vom Land und insbesondere vom Bund”, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat, Karin Burkart.

Nicht nur für den Ausbau der Betreuungsplätze, sondern auch für die Schaffung von mehr Erzieher*innen-Stellen müssen laut den Grünen finanzielle Mittel bereitgestellt werden. “Die Betreuungssituation wird sich nur mit einer entsprechenden Nachpersonalisierung verbessern. Vor diesem Hintergrund ist es auch wichtig, den Erzieher*innen-Beruf attraktiver zu gestalten, um mehr junge Menschen zu einer solchen Ausbildung zu bewegen. Das bedeutet sowohl eine angemessene Entlohnung als auch, dass die Zahl der befristeten Verträge zugunsten unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse zurückgefahren werden muss. Wir sehen Land und Bund in der sozialen Verantwortung, hierfür den nötigen Finanzrahmen zu schaffen. Schließlich ist eine gute Betreuung in den Kitas entscheidend, um unseren Nachwuchs auf die Schule vorzubereiten und ihm eine Zukunftsperspektive zu geben”, so Karin Burkart abschließend.

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