30.04.2018 | Personalnot an Schulen: Lehrer*innen müssen Zusatzqualifikationen für Grundschulbereich erwerben dürfen

Saarbrücken, 30.04.2018. Inzwischen liegen dem Bildungsministerium laut Medienberichten 18 Brandbriefe von Grund- und Gemeinschaftsschulen vor, in denen Personalnot bemängelt wird. Die Grünen im Stadtrat fordern von Minister Commerçon, endlich zu reagieren und nicht länger eine Bildungspolitik unter dem Spardiktat zulasten der Schüler*innen und Lehrer*innen zu betreiben.

„Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Meldungen über Brandbriefe von saarländischen Schulen an das Bildungsministerium auftauchen. Der Tenor: Lehrermangel! Dies scheint sich inzwischen als Dauerzustand etabliert zu haben. Wie beispielsweise aus einem Brandbrief der Grundschule Saarbrücken-Ost vor ein paar Wochen hervorgegangen ist, müssen zum Teil 30 Kinder von einer Lehrkraft unterrichtet werden. Wenn der Bildungsminister hier nicht bald gegensteuert, wird dies fatale Folgen für die Bildung unseres Nachwuchses haben, zumal aufgrund der Inklusion und der steigenden Zahl an Flüchtlingskindern auch der Bedarf nach sozialer Unterstützung und individueller Förderung weiter wächst. Wir fordern, dass die Landesregierung als Sofortmaßnahme endlich das Modell anderer Bundesländer umsetzt, wonach Lehrer*innen anderer Schulformen Zusatzqualifikationen erwerben können, um auch im Grundschulbereich unterrichten zu können“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat, Karin Burkart.

„Der Bildungsminister darf das Personalproblem nicht auf die lange Bank schieben. Nun heißt es, dass man die Anzahl der Studienplätze im Grundschulbereich nicht erhöhen will, weil man in fünf Jahren eine Lehrerschwemme befürchtet. Doch was nützt ein Blick in die Zukunft, wenn schon heute an allen Ecken und Enden Lehrpersonal fehlt beziehungsweise vollkommen überfordert ist? Eine verantwortungsvolle Bildungspolitik sieht jedenfalls anders aus“, so Karin Burkart abschließend.

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