21.03.2018 | Bettenaufstockung in Kliniken muss auch Personalaufstockung bedeuten – Winterbergklinikum nicht vergessen!

Saarbrücken, 21.03.2018. Die Grünen im Stadtrat begrüßen das Vorhaben des Landes, die Bettenzahl in den Saarbrücker Kliniken anzuheben und fordern auch einen Ausbau des Winterberg Klinikums. Sie verweisen außerdem darauf, dass die Bettenaufstockung mit einer deutlich besseren Personal- und Finanzausstattung der Krankenhäuser einhergehen muss.

Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass die Landesregierung aufgrund steigender Fallzahlen die Zahl der Klinikbetten um mehr als 500 aufstocken will. So sieht der Entwurf des Krankenhausplans laut Medienberichten unter anderem vor, dass in der Caritasklinik St. Theresia in Saarbrücken 95 Betten hinzukommen. Es ist für uns allerdings unverständlich, weshalb das Klinikum Saarbrücken (Winterberg) als Maximalversorger von den Plänen nicht profitiert und keine weiteren Betten erhalten soll. Aufgrund seiner Lage hat das Saarbrücker Klinikum ausgehend von der Bevölkerungszahl ein riesiges Einzugsgebiet. Es muss im Interesse des Landes sein, eine wohnortnahe Versorgung der Bürger*innen mit einer entsprechenden Bettenzahl langfristig sicherzustellen“, fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion, Karin Burkart.

Es steht für uns außer Frage, dass mit einer Bettenaufstockung auch eine Personalaufstockung einhergehen muss. Tatsache ist, dass das Pflegepersonal seit Jahren überfordert ist, worunter sowohl die Beschäftigten selbst als auch die Patient*innen leiden. Landes- und Bundesregierung müssen hier gegensteuern. Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht, den Investitionskostenzuschuss deutlich zu erhöhen. Eine Steigerung auf 32,5 Millionen Euro pro Jahr reicht nicht aus, wenn man sich vor Augen führt, dass die Krankenhäuser im Saarland einen Sanierungsstau von 400 Millionen Euro vor sich her schieben. Ohne eine Anpassung des Zuschusses wird sich die Situation noch verschärfen, zumal mit einer Bettenaufstockung die Investitionskosten weiter steigen würden“, erklärt Karin Burkart.

Auch die Bundesregierung ist in der Finanzierungsverantwortung. Einerseits erwarten wir eine deutlich höhere Übernahme der Tarifkostensteigerungen, um die Kliniken finanziell zu entlasten. Andererseits brauchen wir verbindliche Personalschlüssel im Pflegebereich und eine angemessene Entlohnung für das Pflegepersonal, auch, um den Pflegeberuf für junge Menschen langfristig attraktiv zu halten“, so Karin Burkart abschließend.

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