08.02.2017 | Zeit, dass sich was dreht

Der Stadtrat der Landeshauptstadt beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema Windkraft. Wir Grüne setzen hier klar auf die Chancen durch dezentrale, saubere Energieversorgung vor Ort. Wir wollen eine Energiepolitik, die eben nicht dem St. Floriansprinzip folgt: Lass die anderen CO² vermeiden und mir meine schöne Aussicht. Man führe sich nur vor Augen, welche Alternativen wir haben: In einer Region mit dem Pannenmeiler Cattenom vor der Tür hängt unsere Existenz von der Windrichtung und der Kunst der Frachtpiloten, die bei ihrem Anflug auf Luxemburg knapp über der kaum gesicherten Decke des Meilers einfliegen, ab. Gleichzeitig lehrt uns die lange Tradition der Kohleverstromung an der Saar, welche Umweltbelastungen und Gesundheitsrisiken mit den existierenden Kraftwerken der fossilen Energieerzeugung einhergehen. All diejenigen, die heute gegen Windkraft mobil machen, müssen sich angesichts von Klimawandel und Atomausstieg die Frage gefallen lassen, woher bei ihnen der Strom kommt. Gerade selbst ernannte Kämpfer für Gerechtigkeit, die fern ab vom Schuss in schönster ökologisch intakter Landschaft gegen Windkraft und Solarmodule protestieren und sich in Sonntagsreden für die Kohle stark machen, sollten sich einmal mit dieser Frage auseinandersetzen. Vielleicht beginnt ein Umdenken aber erst dann, wenn der erste Eisbär am schönen Panoramafenster vorbeigelaufen ist. (Wochenspiegel-Kolumne „Die Stadtratsfraktionen informieren“ | KW 6 | Timo Lehberger)

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