07.09.2016 | Grüne Stadtratsfraktion für die Einrichtung von Cannabis-Abgabestellen

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat möchten in Saarbrücken die Einrichtung von Stellen zur legalen und lizensierten Abgabe von Cannabis vorantreiben.

„Ein Umdenken in der Drogenpolitik ist dringend notwendig. Die bisherige Verbotspolitik ist einfach gescheitert. Dies belegen vielfache Studien und Berichte“, sagt Thomas Brass, sozialpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion. Nach dem letzten Drogenbericht der Bundesregierung sterben in Deutschland jährlich zehntausende Menschen an den Folgen des Alkohol- und Tabakkonsums. Die Zahl der Cannabistoten hingegen liegt seit Jahren bei null. „Jedoch macht sich strafbar, wer Cannabis erwirbt, anbaut oder vertreibt. Ein Verbot ist nicht mehr zeitgemäß. Mehr Schutz bietet die Legalisierung. Ein legalisierter Cannabismarkt kann beispielsweise staatlich kontrolliert werden, was in Sachen Jugendschutz und Qualitätsstandards erhebliche Fortschritte bedeuten würde.“, so Brass weiter.

Nach Ansicht der Grünen muss der Umgang mit einer neuen Drogenpolitik offener und aufklärend sein, statt Drogen zum Tabuthema zu machen. Dadurch könne die Zahl der Drogenopfer reduziert und der Schwarzmarkt eingedämmt werden. So könnten Süchtige die Hilfe bekommen, die sie benötigen und Konsumenten würden entkriminalisiert.

„Portugal hat es vorgemacht und schon vor 15 Jahren auf eine Politik, die auf Prävention und Aufklärung basiert, gesetzt. Seit der Entkriminalisierung ist der Drogenkonsum allgemein und besonders bei jungen Menschen stark gesunken.
Der Konsum wurde damals völlig entkriminalisiert. Der Besitz von Drogen zum Eigenverbrauch ist lediglich eine Ordnungswidrigkeit wie Falschparken. Der Drogenkonsum ist allgemein und besonders bei jungen Menschen stark gesunken“, erklärt Brass abschließend.

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