27.06.2016 | Grüne fordern Gigabit-Strategie für die Landeshauptstadt

Die Grüne Fraktion im Stadtrat will die Landeshauptstadt fit für die Zukunft machen und fordert eine Strategie, um Saarbrücken künftig flächendeckend mit leistungsfähigen, auf Glasfaser basierenden Breitbandanschlüssen zu versorgen.

„Saarbrücken verfügt über eine fast hundertprozentige Ausbauquote mit Bandbreiten von mehr als 50 Mbit/s. Im regionalen Standortwettbewerb ist die vergleichsweise gute Versorgung mit bis zu 100 Mbit/s in Saarbrücken ein klarer Vorteil. Um diesen Standortvorteil zu erhalten, muss die Landeshauptstadt dennoch schon heute die Weichen stellen, um mittel und langfristig flächendeckenden Zugang zu Gigabitgeschwindigkeiten (Gbit/s) zu gewähren“, so der Fraktionsvorsitzende Timo Lehberger.

„Das Glasfasernetzt der Landeshauptstadt muss weiter ausgebaut werden. Wir brauchen dringend Hochleistungsnetze mit sogenannten FFTC oder noch besser FFTB-Leitungen, die die Anwohner*innen bzw. die Unternehmen vollständig an das Gigabitnetz anschließen. Schnellere und belastbarere Netze sind nicht nur eine nette Spielerei, damit Youtubefilme flotter laden. Das transportierte Datenvolumen wächst kontinuierlich. Experten gehen davon aus, dass bald pro Jahr 1 Milliarde Gigabyte über das Internet transportiert werde. Das entspricht rund 230 Millionen handelsüblichen DVDs“, erklärt José Ignacio Rodriguez Maicas, Sprecher für Technologie und Infrastruktur.

Lehberger ergänzt: „Der stetige Ausbau leistungsfähiger Breitbandverbindungen ist elementarer Bestandteil zukunftsorientierter Infrastrukturpolitik. Man darf nicht verkennen, dass es sich hierbei sowohl um einen harten Standortfaktor für die Unternehmen, als auch um einen weichen Standortfaktor im Sinne der Wohnortattraktivität für die Beschäftigten handelt. Längst ist es Usus bei der Immobiliensuche, die Breitbandverfügbarkeit am Standort zu prüfen.“

Daher beantragt die grüne Ratsfraktion die Erarbeitung einer Gigabit-Strategie für die Landeshauptstadt. Diese soll sowohl eine Bestandsaufnahme, die Definition der Ziele der flächendeckenden Glasfaserversorgung, als auch ein Umsetzungskonzept beinhalten. Wert legen die Grünen außerdem auf eine Darstellung der finanziellen Rahmenbedingungen, der notwendigen Investitionen und insbesondere der zu erwartenden Fördermittel. Weiterhin fordert sie im Hinblick auf die Bedeutung der Maßnahme die klare Benennung der für die Strategie und deren Umsetzung zuständigen Verwaltungsstelle.

 

Erläuterungen:

FTTC (Fiber-to-the-Curb) bedeutet Glasfaser bis zum Bordstein. Hierbei wird das Glasfaser-Kabel bis zum nächsten Verteiler, dem sogenannten Kabelverzweiger verlegt. Auf dem letzten Stück, also etwa vom Bordstein bis hin zum Gebäude, wird dann wieder Kupferdraht verlegt. Bei FTTB (Fiber-to-the-Building) geht das Glasfaser-Kabel bis ins Gebäude. Diese Technik kommt überwiegend in Städten mit Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen zum Einsatz.

Bei FTTH (Fiber-to-the-Home) endet das Glasfaser-Kabel nicht etwa im Keller des Mehrfamilienhauses, sondern wird bis zur Wohnung verlegt. Das verspricht absolutes Highspeed-Internet, Full HD-Fernsehen und Telefonieren in höchster Qualität, alles über nur einen Anschluss. Um am heimischen Computer das Highspeed-Internet so richtig ausschöpfen zu können, muss natürlich auch die Infrastruktur innerhalb des Haushaltes entsprechend ausgebaut sein. Hier spricht man von FTTD (Fiber-to-the-Desk), also zu Deutsch „Glasfaser bis zum Schreibtisch“.

 

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