05.04.2016 | Brückenfiasko: Eine Chance für den SaarVV

Meine Großmutter hat immer gesagt, dass es keinen Nachteil ohne einen Vorteil gibt. Das gilt vielleicht auch im aktuellen Fall, der Sperrung der Fechinger Talbrücke. Über die Nachteile der Maßnahme für die staugeplagten Pendler*innen und Anwohner*innen auf den Umleitungsstrecken ist in den vergangenen Tagen bereits alles geschrieben und gesagt worden. Aber was ist mit dem sprichwörtlichen Vorteil? Der ist im konkreten Fall eine Chance. Eine Chance, die, wenn sie jetzt richtig genutzt wird, künftig von Vorteil für alle Einwohner*innen und Besucher*innen der Landeshauptstadt sein wird. Die Rede ist von der einmaligen Gelegenheit für den Verkehrsverbund SaarVV und den ÖPNV im gesamten Ballungsraum Saarbrücken. Die voraussichtlich monatelange Sperrung wird, soweit Taktung und Tarif stimmen, selbst den größten ÖPNV-Muffel in Versuchung führen, den täglichen Weg zur Arbeit mit Bus oder Zug zurückzulegen. Hier sind nun Landesregierung und Verkehrsverbund in der Pflicht, Geld in die Hand zu nehmen und durch nennenswerte Investitionen in Infrastruktur sowie durch Steuerung der Tarife gezielt Anreize zu setzen. So sind die Förderung des Ausbaus der Park&Ride Flächen und die Einführung besonders günstiger Pendler- und Schnuppertarife denkbar. Dadurch ließen sich kurzfristig die Ausweichstrecken entlasten und langfristig die Akzeptanz für die Nutzung des ÖPNV steigern. (Wochenspiegel-Kolumne „Die Stadtratsfraktionen informieren“ | 14. KW | Timo Lehberger)

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