18.12.2015 | Grüne warnen vor Panikmache. Nahversorgung in Dudweiler Süd nicht gefährdet

Saarbrücken, 18.12.2015. Die Grünen im Stadtrat warnen vor einer unnötigen Panikmache. Die Nahversorgung in Dudweiler Süd ist nach Ansicht der Fraktion durch den angedrohten Wegzug von Netto nicht gefährdet. 

„Wir bedauern die Ankündigung des Lebensmitteldiscounters Netto, die Filiale in der Liesbet-Dill-Straße aufgeben zu wollen. Der dort über Jahrzehnte gewachsene Versorgungsstandort ist wichtig für die lokale, fußläufige Nahversorgung der Bürger*innen in Dudweiler Süd.

Einen Umzug des Nettomarktes in die Beethovenstraße lehnen wir ab, da dieser nicht zur Verbesserung der Nahversorgung führt. Im Gegenteil, wir gehen davon aus, dass der Umzug sich negativ auf die inhabergeführten Geschäfte in der Liesbet-Dill-Straße auswirkt. So büßt mittelfristig der Standort seine Vielfalt zu Gunsten einer einzigen etwas größeren Filiale ein. Das wäre natürlich schön für den Konzern, der sich so der lästigen kleinen Konkurrenz entledigt, für die am neuen Standort kein Platz vorhanden ist und sich so ein Versorgungsmonopol schafft.“, erklärt Fraktionsvorsitzender Timo Lehberger.

Für die Grünen ist der Standort ein hervorragendes Nebenzentrum mit fußläufig erreichbarer Grundversorgung. Dabei ist ein Discounter nicht unbedingt von Nöten.

„Wir verstehen die Probleme des Nettomarktes am aktuellen Standort. Andererseits glauben wir nicht, dass es dem Konzern um Übernahme sozialer oder gesellschaftlicher Verantwortung für Dudweiler geht. Nach unseren Recherchen geht es Netto um die Optimierung der Prozesse. Letztlich ist das Ziel des Umzugs in eine Standardfiliale, mehr Umsatz mit weniger Personalaufwand zu erwirtschaften.“, sagt Lehberger weiter.

„Natürlich versucht Netto mit der jetzigen Ankündigung eine Drohkulisse aufzubauen, um ihren Wünschen Nachdruck zu verleihen. Es wäre falsch, jetzt panisch zu reagieren. Die kleinen Geschäfte in und um die Liesbet-Dill-Straße werden sich bei einer Schließung des Discounters halten, da der beschlossene Bebauungsplan den bestehenden Standort langfristig sichert. Des Weiteren glaube ich nicht, dass die Räumlichkeiten lange leer stehen werden. Dafür ist der Standort zu wertvoll.“, betont Lehberger.

Für die Stadtratsgrünen deckt sich die Ratsentscheidung für den Bebauungsplan in der Beethovenstraße mit dem kürzlich beschlossenen Einzelhandelskonzept, das zentrale Bereiche und auch Nebenzentren schützt.

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