28.11.2012 | Energiewende nur mit der Stadt

Wie schwer es die Umweltpolitik hat, wird nicht nur am geradezu vorhersehbaren Scheitern der zahllosen Klimakonferenzen deutlich. Auch hierzulande stocken Klimaschutz und Energiewende immer wieder. Die großen Atomkonzerne im Verbund mit der schwarz-gelben Bundesregierung bremsen, wo sie nur können. Deren Statthalter in Saarbrücken stehen ihnen in nichts nach. Gerade die CDU meint immer noch einen Kampf der Ideologien gegen die erneuerbare Energien führen zu müssen und fordert beständig das Einfrieren der städtischen Umweltpolitik. Sie will partout nicht sehen, dass die Energiewende nur mit der kommunalen Ebene funktioniert. Das heißt der Ausbau der Wind, -Sonnen- und Bioenergie klappt nur, wenn auch auf kommunaler und regionaler Ebene daran gearbeitet wird. In der Landeshauptstadt sind dazu eine Menge ämterübergreifender Aufgaben zu kombinieren. Und: Die BürgerInnen wollen diesen Ausbau.
Die Stadt ist einer der größten Energieverbraucher, sie ist Planungsinstanz und Besitzerin zahlreicher Immobilien, die energetisch fit gemacht werden müssen.
Ohne die Kommune wird die Energiewende nicht gelingen. Aber nicht nur ökologisch, auch wirtschaftlich rechnet sich der Umbau. Durch erneuerbare Energien bleibt die Wertschöpfung in der Region und nicht bei Gazprom. Arbeitsplätze entstehen, Handwerksbetriebe erhalten Aufträge, die regionalen Sparkassen profitieren von den Finanzierungsgeschäften.
Der Trierer Stromexperte Prof. Heck rechnete kürzlich bei einer Tagung in Saarbrücken vor, dass pro Windkraftanlage 6 Mio. € in der jeweiligen Region generiert werden. Das ist doch gerade für finanzschwache Kommunen eine nennenswerte Größe.
Saarbrücken hat unendlich viel Energie. Nutzen wir sie.

Thomas Brück

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