21.11.2012 | Mehr Maßnahmen zur Kinderbetreuung notwendig

Bei einer Tagung des Deutschen Städtetages in Saarbrücken wurde deutlich, dass trotz der riesigen Fortschritte beim Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren die ab August 2013 gesetzlich vorgeschriebene Versorgungsquote von 35 Prozent nicht in allen Städten erreicht werden kann. Deshalb unterstützen wir die Forderung, Bund und Länder beim Inkrafttreten des Rechtsanspruches in die Mitverantwortung zu nehmen, falls es zu Klagen gegen die Kommunen kommen sollte.
Dabei ist Saarbrücken hierbei ganz gut aufgestellt, denn wir werden die Betreuungsquote aller Voraussicht annähernd erreichen.
Neben dem geplanten Neubau z.B. der Kitas Füllengarten, Kirchberg und Franzenbrunnen wurden bestehende Kitas erweitert und ausgebaut.
Aber unsere Sorge ist, dass diese gesetzliche Betreuungsquote in Saarbrücken nicht ausreichen wird, um den Bedarf zu decken. Zudem stellt der Krippenausbau die Stadt vor große Personalprobleme. Voraussichtlich werden nächstes Jahr über 100 ErzieherInnen fehlen. Trotzdem warnen wir davor auf Schmalspurausbildungen zurückzugreifen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Zahlen von Kindern mit besonderem Förderbedarf sowohl sprachlich als auch im Sozialverhalten ist eine Verbesserung der personellen Ausstattung notwendig. Die Qualität der Ausbildung darf nicht leiden, wenn der Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit nicht nur auf dem Papier bestehen soll.
Es ist deshalb nicht weiter hinnehmbar, dass die Bundesregierung die Kommunen sowohl bei den Sach- als auch bei den Personalkosten im Regen stehen lässt. Wollen wir den qualitativen Anforderungen an Bildung und Betreuung gerecht werden, braucht Saarbrücken wie andere Städte auch mehr Unterstützung von Bund und Land.

Karin Burkart

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