28.03.2012 | Es ist geschehen und nicht mehr ungeschehen zu machen (Plinius)

Es war ein absolut spannender Wahlabend – eine Zitterpartie, auf die ich gut hätte verzichten können. Als die Prognosen vor einigen Wochen bei 4% lagen, habe ich mit mir selbst gewettet, dass es 5,1% werden. Wer hat nun gewonnen?Ich denke, mit 39% die NichtwählerInnen. Sie liegen noch vor der CDU und werden sich in den kommenden Jahren am meisten beschweren. Für unseren „Sieg“ waren wieder einmal die guten Ergebnisse in den Saarbrücker Stimmbezirken entscheidend. Mein Dank geht an die vielen engagierten Helferinnen und Helfer im ganzen Land, an die Bundesebene und die oft im Saarland vertretene Bundesprominenz. Hat sie doch gezeigt, dass die Grünen, obwohl landestypisch schwach, auch in Berlin ein Standing haben.
Wir Grüne stehen in den nächsten 5 Jahren für eine gute Oppositionspolitik und werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass es kein Zurückrudern in der Energiepolitik geben wird, wobei es nicht nur um Parteipolitik geht, sondern um das Fortbestehen unseres Planeten, wie uns der Vortrag von Franz Alt im Wahlkampf deutlich vor Augen führte. Auch bildungspolitisch sehen wir weiteren Handlungsbedarf und werden die Entscheidungen der neuen Regierung aufmerksam beobachten und möglichst Einfluss darauf nehmen.
Doch zuerst kommt jetzt die Zeit des Analysierens. Wie gehen die Parteien intern mit ihrem Ergebnis um? Haben die Koalitionsaussagen vor den Wahlen vom Urnengang abgehalten? Ich habe schon einmal bedauert, dass es zu keinem rot-rot-grünen Bündnis kam, sollte es wieder dazu kommen? Ich jedenfalls bin erleichtert, dass diese seltsame- und bisher einmalige- Wahl endlich über die Bühne gegangen ist. Würfeln wäre für die Steuerzahler billiger geworden.

Karin Burkart

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