18.07.2012 | Wir brauchen eine andere Familienpolitik

Auf der Grundlage von Daten des Regionalverbandes wird im Jahr 2013 die Quote der erforderlichen Krippenplätze von 35 % erfüllt werden. Ab dann besteht auch ein Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz und die Kommunen befürchten eine Klagewelle, wenn nicht ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Deshalb verbessert auch die Landeshauptstadt ständig ihr Angebot und plant den Ausbau und Neubau von Kitas. Im tendenziellen Widerspruch zur Quote ist allerdings der Bedarf in den verschiedenen Stadtteilen sehr unterschiedlich.
Was tut die Bundesregierung zur Unterstützung der Kommunen? Sie betreibt eine Familienpolitik voller Widersprüche. Dies zeigt der Streit ums Betreuungsgeld. Bei diesem wichtigen Thema sollte die Parteipolitik außen vor bleiben. Sollen doch die Eltern, die ihr Kind unter drei Jahren zuhause betreuen, zunächst 100, dann 150 Euro im Monat erhalten. Das ist genau das Gegenteil von dem, was mit Krippenausbau und Elterngeld erreicht werden sollte. Hier wird belohnt, wer länger zuhause betreut. Eine gute Familienpolitik ermöglicht jedoch den Eltern die freie Entscheidung, wie sie leben wollen. Wer sein Kind aus Überzeugung nicht in eine Krippe geben möchte, erzieht es auch ohne Betreuungsgeld zuhause. Sind 1.800 Euro im Jahr ausreichend angesichts hoher Mieten in Ballungsräumen? Ersetzen sie ein eigenes Einkommen? Und was ist mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Hoffentlich wettern die Wirtschaftsverbände nicht nur aus betriebswirtschaftlichen Gründen gegen das Betreuungsgeld.
Erst jüngst hat ein Bericht ergeben, dass sich Väter wie Mütter nicht nur Karriere sondern auch mehr Zeit mit ihren Kindern wünschen. Es war der Familienbericht der Bundesregierung!

Karin Burkart

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