15.08.2012 | Nur gegenseitiges Verständnis kann ein erträgliches Verhältnis schaffen (Robert Bosch)

Unter der Führung von Horst Bernard, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), besuchte eine Delegation ruandischer Jugendlicher mit ihren deutschen PartnerInnen im Rahmen eines Austauschprogramms des Kirchenkreises Saar-Ost mit der Diözese Butare/Ruanda die Gedenkstätte Goldene Bremm.
Alljährlich wird in Ruanda am 7.4. des Genozids von 1994 gedacht. Für die Jugendlichen aus Ruanda ist die Frage, wie wir mit unserer jüngeren Geschichte umgehen, interessant.
Da traf es sich gut, dass gerade in diesen Tagen ein neuer „Stolperstein“ in Saarbrücken von dem Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt wurde. Was versteht man unter einem „Stolperstein“? Hierbei handelt es sich um eine 10 x 10 cm große Messingplatte, auf der eine Inschrift an Menschen erinnert, die von den Nazis ermordet wurden. Der Stein wurde in der Bahnhofstraße verlegt und erinnert an Johanna Kirchner, die 1889 in Frankfurt/Main geboren wurde. Auf der Flucht vor den Nazis kam die Sozialdemokratin und Widerstandskämpferin 1933 nach Saarbrücken. Hier lernte sie den Sozialdemokraten und Antifaschisten Max Braun kennen, der sie als hauptamtliche Parteisekretärin einstellte. Mit ihm richtete sie nach der Saarabstimmung eine Flüchtlingsberatungsstelle in Forbach ein. Kirchner konnte in Frankreich später untertauchen, wurde aber 1942 von der französischen Geheimpolizei an die Gestapo ausgeliefert und 1944 in Plötzensee hingerichtet.
Auch an Max Braun wird in Kürze in Saarbrücken erinnert. Der neu geschaffene Platz an der Alten Feuerwache soll nämlich nach ihm benannt werden und bei einer offiziellen Feier wahrscheinlich im August wird dort eine Gedenktafel für Max Braun angebracht werden.

Karin Burkart

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