31.03.2009 | Radwege

Alle diejenigen, die mit dem Fahrrad in der Stadt Saarbrücken unterwegs sind, haben es nicht leicht: Durchgängige und auf RadfahrerInnen abgestimmte Verbindungen sind nach wie vor Mangelware; nur sehr mühsam fügen sich einzelne Flickstücke für bestimmte notwendige Routen zusammen. Endlich – nach erheblichem Einsatz unsererseits – soll es jetzt im Frühjahr eine erfreuliche Veränderung in der Dudweilerstraße geben: Dort wird mit der Markierung eines Radweges begonnen! Gerade weil die Dudweilerstraße eine wichtige Querverbindung darstellt, ist dies ein nicht unbedeutender Fortschritt. Damit Saarbrücken aber eine wirklich fahrradfreundliche Stadt wird, bleibt noch sehr viel zu tun.Wir brauchen für den Radverkehr unbedingt eine zuverlässige Planung und Finanzierung. Das jetzige Finanzierungsverfahren über die „Stellplatzabgabe“ muss als gescheitert bewertet werden. Zudem ist es kaum weniger als eine PR-Maßnahme, wenn – wie geschehen – ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes als Fahrradbeauftragter benannt wird, jedoch mit einer Vielzahl anderer Aufgaben bedacht wird und damit für die Planung eines besseren Radverkehrsnetzes weder ausreichend Zeit noch hinreichende Kompetenzen hat.Gefragt sind heute Maßnahmen, die es leicht und attraktiv machen, nicht mit dem eigenen PKW durch die Stadt zu fahren. Dazu brauchen wir gute und sichere Verbindungen für FußgängerInnen und RadfahrerInnen, eine komfortable Mitnahmemöglichkeit für Räder in Bus und Bahn, viel mehr geeignete Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.Ankündigungen reichen nicht – vielmehr brauchen wir klare, konkrete politische Aussagen, mutige Schwerpunktsetzungen, konsequente Umsetzung und eindeutige Finanzierungskonzepte. Spätestens mit dem Baubeginn für das Großprojekt Stadtmitte am Fluss muss ein tragfähiges Konzept vorliegen für einen Umweltverbund und eine alternative Mobilität zum PKW.

Claudia Willger-Lambert

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