18.10.2013 | Angebote von Selbsthilfegruppen nutzen

Die Veranstaltungsreihe “Wochen der seelischen Gesundheit“ befasste sich in diesem Jahr mit der Situation von Kindern und Jugendlichen. Im Rahmen der Eröffnung wurden die Ergebnisse der Sinus-Jugendstudie 2012 vorgestellt. Klar ist, dass es auf die Frage „Wie ticken Jugendliche?“ keine allgemeingültige Antwort gibt. Aber als Ergebnis kann man festhalten: Der Leistungsdruck steigt und die Kluft zwischen den sozialen Schichten vertieft sich. Doch jeder geht damit unterschiedlich um.
Eine Reaktion ist leider die Zunahme der Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. Kindheit und Jugend werden zwar oft als schönste Zeit bezeichnet, doch trifft dies nicht für alle zu. Die Zahlen lassen einen besorgt aufhorchen: Jedes 5. Kind zeigt Auffälligkeiten, ob dies nun durch Vernachlässigung, Gewalt, Mobbing ausgelöst wurde und sich in Essstörungen, ADHS oder sogar in den Suizidversuchen auswirkt. Ab 15 Jahren ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Und das in diesem unserem Land, in dem immer wieder betont wird, unsere Kinder seien unsere Zukunft!
Die permanenten Wandlungsprozesse, denen unsere Gesellschaft heute unterworfen ist, lassen Depressionen zu einer neuen Volkskrankheit werden. Ausgeglichenheit, Balance, innere Zufriedenheit für sich zu finden ist ein Prozess, der unter den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen immer schwieriger wird.
Ein erster Schritt sollte daher sein, Depression nicht mehr als Tabuthema zu sehen, um dann gezielt darauf zu reagieren. Die zahlreichen Selbsthilfegruppen bieten ihre Unterstützung an und wir werden sie im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen. Ein dickes Lob an die Organisatoren für die über 100 Veranstaltungen vom 6. bis 20. Oktober!

Karin Burkart

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