11.09.2013 | Berliner Promenade mit Hindernissen

Der Saarbrücker Stadtrat hat per Satzung den Bebauungsplan für die Berliner Promenade beschlossen. Wir haben nach reiflicher Überlegung dagegen gestimmt. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, haben wir doch bis dato den Prozess der Aufwertung der in die Jahre gekommen Flaniermeile konstruktiv mitgestaltet. Sogar den Verzicht auf die Rolltore haben wir nicht von Anfang an – wie die meisten anderen Fraktionen – verdammt, sondern frühzeitig an alternativen Lösungen mitgearbeitet. Das jetzt unter Mithilfe der Eigentümer vorgestellte Gestaltungskonzept ist ein Schritt in die richtige Richtung und wird von uns uneingeschränkt mitgetragen.
Was den ganzen positiven Prozess der Umgestaltung für uns letztendlich konterkariert, ist die Frage der unzulänglichen Barrierefreiheit der Promenade. Auf Anregung von ADFC und VCD und zusammen mit dem städtischen Radverkehrsbeauftragten haben wir uns immer wieder mit diesem Thema befasst und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich mit dem Verzicht auf die Rampe in der Schifferstraße eine fatale Fehlentwicklung verfestigt. Die Idee, mit einem erheblich zu kleinen Aufzug – wann wird er eigentlich installiert? – den Interessen von FußgängerInnen, RadfahrerInnen, kinderwagenschiebender Eltern und RollstuhlfahrerInnen gerecht zu werden, kann nicht ernst gemeint sein.
Doch es droht weiter Ungemach: Der Fußgängersteg an der Kongresshalle ist in die Jahre gekommen und droht bei ausstehender Sanierung nächstes Jahr abgerissen zu werden. Für uns als Stadtratsfraktion gilt hier die Richtlinie: Ohne belastbare und qualitativ hochwertige Alternative werden wir der Entfernung einer weiteren barrierefreien Wegebeziehung in diesem Bereich nicht zustimmen.

Guido Vogel-Latz

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