06.09.2013 | Für menschenwürdige Bedingungen

In Saarbrücken – wie in vielen anderen Städten auch – nimmt die Straßenprostitution zu. Hintergrund ist vermutlich die Armutsmigration aus Bulgarien und Rumänien; leider endet für viele Frauen der Traum vom reichen Deutschland auf dem Straßenstrich. Zudem sind die Frauen nicht immer freiwillig hier, sondern hier spielen Menschenhandel und Zuhälterei eine große Rolle. Straßenprostitution findet meist unter üblen hygienischen Zuständen statt. Neben Bordellen und den Sexangeboten in Wohnungen sind die Frauen am Straßenstrich Übergriffen eher ausgeliefert.
Wie ist damit umzugehen, ohne die betroffenen Prostituierten durch Repression oder Verbot in die Illegalität zu drängen? Im nächsten Stadtrat sollen mehrere Maßnahmen diskutiert werden: nur noch auf bestimmten Straßen/Plätzen in Saarbrücken soll Straßenprostitution erlaubt sein, über die Einführung einer kommunale Erotiksteuer soll nachgedacht und weitergehende Gesetzesvorhaben zur Bekämpfung von Menschenhandel sollen im Bundesrat unterstützt werden.
Ob man/frau es gut findet oder nicht: Prostitution spielt sich alltäglich mitten in unserer Gesellschaft ab, das wird niemand verhindern können. Aber die Gesellschaft kann dafür den richtigen Rahmen anbieten. Das heißt für uns: Im Mittelpunkt muss der Schutz der Frauen stehen. Wir wollen, dass die Frauen ihre Dienste in einem geordneten, vor allen Dingen aber sicheren und geschützten Umfeld anbieten können aber auch die Belange von AnwohnerInnen und Jugendschutz berücksichtigt werden. Deshalb sind Maßnahmen in Abstimmung mit dem Land zu entwickeln, die die Straßenprostitution verringern, gleichzeitig aber alles zulassen, was die Arbeitsbedingungen in diesem Gewerbe verbessern.

Karin Burkart

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