07.10.2013 | Kinderbetreuung gemeistert?

Durch das Inkrafttreten des Rechtsanspruches auf Betreuung für Kinder unter drei Jahren ab dem 1. August wurde die Landeshauptstadt stark unter zeitlichen und finanziellen Druck gesetzt. Sie hat in der vergangenen Zeit viel bewegt, um die vorgegebenen 35 % der Plätze für diese Altersgruppe zu erreichen. Ich frage mich immer wieder, wer diese willkürliche Zahl festgelegt hat. Für die LHS wird diese Vorgabe nicht genügen, steht doch jetzt bereits fest, dass die Nachfrage eine größere ist. Natürlich ist mit diesem Datum kein Schlusspunkt gesetzt, und wir werden im zuständigen Ausschuss weitere Möglichkeiten beraten. Der Ausbau muss weitergehen, um alle Kinder, für die die Eltern eine Betreuung wünschen, zu versorgen.
Die gesellschaftliche Akzeptanz für die Betreuung von Kleinkindern ist durch den Bedarf in den Familien und durch die Qualität der geschaffenen Plätze in Kindertagesstätten und in der Tagespflege gestiegen und wird weiter nachgefragt werden. Wir werden auch zukünftig eine langfristige finanzielle Unterstützung von Bund und Land benötigen, um die räumlichen und personellen Voraussetzungen zu schaffen. Denn als Urheber des Anspruches ist der Bund mitverantwortlich. Bei aller Ausbaugeschwindigkeit werden wir dennoch auf die Qualität der Angebote achten und vertreten nach wie vor die These “Qualität vor Quantität“, wobei dem Betreuungspersonal eine Schlüsselfunktion zufällt. Darüber hinaus dürfen wir nicht dazu übergehen, kurzfristig Kitaplätze in Krippenplätze umzuwidmen, um die aktuelle Nachfrage zu befriedigen und dabei die Familien aus dem Auge verlieren, die ihre Kleinkinder zu Hause versorgen und später für die über 3jährigen eine Platz im Kindergarten erwarten.

Karin Burkart

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