02.05.2014 | Freiheit für die Vielfalt

Eine Studie zur Marktkonzentration im Europäischen Saatgutmarkt macht deutlich, dass sich die Kommission aufgrund mangelnder freier Verfügbarkeit von Daten sowie unabhängig nachprüfbarer Statistiken häufig auf die Aussagen der Industrie verlässt. Die Aussagen der Saatgutlobby und riesigen Unternehmen stehen im Gegensatz zur Realität. So entfallen 75% der Marktanteile beim Maismarkt und dem Gemüsesaatgutsektor auf nur 5 Saatgut-Unternehmen. Auf dem Lebensmittelmarkt findet ein gewaltiger Konzentrationsprozess statt. Schon heute kontrollieren Konzerne wie Monsanto, DuPont und Syngenta den Saatgut-Markt. 95% des EU-Marktes sind in Händen von nur 5 Unternehmen. Die Folgen dieser Marktkonzentration sind verheerend und bedeuten einen Verlust an Biodiversität. Die Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt, dass mittlerweile die Vielfalt der Kulturpflanzen um 75% zurückgegangen ist. Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt bedeutet aber auch erhöhte Kosten für die Landwirte beim Erwerb des Saatguts.
Doch es gibt Hoffnung. Das EU-Parlament hat die Vereinheitlichung des Saatgutmarktes mit überwältigender Mehrheit verworfen. Den Kommissionsentwurf der Saatgutverordnung, der wie für die großen Konzerne geschrieben war, haben die Abgeordneten der Kommission auf ganzer Linie abgelehnt. Die Vielfalt auf unseren Feldern bleibt uns erhalten – zumindest für den Moment – und wir überlassen unsere Ernährung nicht den Konzernen. Nur wenn lokale und traditionelle, aber auch neue samenfeste Sorten genutzt, verbreitet und verkauft werden können, bleibt die regionale Vielfalt unserer Lebensmittel erhalten.
Und wie erfreulich ist ein Einkauf auf unseren Wochenmärkten!

Karin Burkart

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