25.10.2010 | „Spaziergang“ gegen Atomkraft

Umweltministerin Peter hat kürzlich in einem Interview große Bedenken gegenüber der Sicherheit im Atomkraftwerk Cattenom – 50 km von Saarbrücken entfernt – geäußert. Genauso wie der französische Staat hat auch die deutsche Bundesregierung den Atomkonzernen die Laufzeiten ihrer AKW’s verlängert. Eine hüben wir drüben unverantwortliche Politik.
Allein die Atomkonzerne profitieren von dieser Maßnahme. Diese Kraftwerksbetreiber verfolgen nur ein Ziel: Man will schlichtweg Geld verdienen. Auch wenn das auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung geht. Die riesige Investitionssumme für die Errichtung des Endlagers für den Atommüll ist bis heute wirtschaftlich nicht einkalkuliert. Lieber verschafft man sich durch die konservativ-liberale Bundesregierung ein dickes Finanzpolster.
Wie eine aktuelle Studie aufzeigt, liegen die wirtschaftlichen Renditen der großen Stromkonzerne weit über dem landesüblichen Durchschnitt von 9 %. Die Experten haben errechnet, dass z.B. RWE in der Energieerzeugung eine Kapitalrendite von über 26 % erzielt.
Das war in 2009 eine Summe von 2,3 Milliarden €, die man den Stromkunden vorenthielt. Die Studie geht davon aus, dass durch die Laufzeitverlängerung den Konzernen ein Mehrgewinn von über 70 Milliarden zufällt. Die Bundesregierung versorgt damit ihre Klientel mit einem einmaligen Geschenk.
Auch um auf diese skandalösen Zustände hinzuweisen, hat sich jetzt ein Aktionsbündnis in Saarbrücken gebildet. Natürlich mit Beteiligung der grünen Landespartei. Man trifft sich regelmäßig montags um 17.30 Uhr unterhalb der Schlossmauer gegenüber der alten Brücke. Der „Montagsspaziergang“ geht durch die Bahnhofstraße zur Europagalerie und dauert ca. 1 Stunde. Machen Sie mit!

Thomas Brück

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