17.09.2010 | Saarbahn-Verbindung nach Frankreich sichern

In Frankreich gibt es eine neue Besteuerung von Bahnunternehmen. Dies führt bei der Saarbahn auf der Zugstrecke nach Saargemünd zu gravierenden Problemen.
Obgleich die Saarbahn nur ca. 800 Meter auf der französischen Seite fährt, droht ihr mit der Pauschalbesteuerung eine Forderung, die die Verbindung nach Saargemünd unrentabel macht.
Diese seit 1997 bestehende Verbindung würde dann eingestellt werden müssen. Dies wäre ein unglaublich großer Verlust! Denn die Züge werden sehr gut angenommen und sind ein unverzichtbarer Bestandteil grenzüberschreitender Mobilität. Für Saarbrücken würde ihr Wegfall eine beträchtliche Zunahme des Autoverkehrs bedeuten. Darüber hinaus würden alle Bemühungen, den grenzüberschreitenden Schienenverkehr gemeinsam mit den französischen Nachbarn auszubauen – in Richtung Metz und in Richtung Straßburg – konterkariert werden. Bisherige Investitionen wären sinnlos, schlichtweg verlorenes Kapital.
Zahlreichen Berufspendlern und Touristen droht der Wegfall einer Alternative zum motorisierten Individualverkehr durch die neue Steuer. Grenzüberschreitender Austausch und Mobilität, die gerade in unserer Region von erheblicher Bedeutung und für Europa vorbildlich sind, würden einen schweren Rückschlag erfahren.
Betroffen ist auch die Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Saarbrücken. Dagegen muss mit Nachdruck auf allen politischen Ebenen interveniert werden. Es geht darum, Lösungen für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr und ganz besonders für den kleinräumigen grenzüberschreitenden Verkehr zu finden. Mobilitäts-Konzepte für Saarbrücken, das Saarland und die gesamte Großregion sollen nicht zerstört, sondern Zukunftspotenziale weiterentwickelt werden können.

Claudia Willger-Lambert

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