08.11.2010 | Wann kommt das Jobwunder nach Saarbrücken?

Politiker der schwarz-gelben Bundesregierung und die Medien überschlagen sich mit guten Meldungen zum Arbeitsmarkt. Vom Jobwunder ist da die Rede und von baldiger Vollbeschäftigung. Politiker streiten sich, wer sich dies auf seine Fahnen schreiben kann. Hintergrund für diese Frohlockungen ist die bundesweit gesunkene Arbeitslosenzahl auf unter 3 Millionen, eine Zahl, von der Altbundeskanzler Gerhard Schröder tatsächlich nur träumen konnte. Aber auch Ältere und Langzeitarbeitslose könnten denken, dass sie träumen, wenn sie solche Jubelschlagzeilen lesen. Zumindest in Saarbrücken konnten diese beiden Gruppen am sogenannten Aufschwung nicht partizipieren, ihre Zahl ist gestiegen. Insgesamt liegt die Zahl der arbeitslosen Hartz IV-Bezieher, die von der ARGE Saarbrücken betreut werden, höher als vor einem Jahr.
Und: Nicht jeder, der ohne Arbeit ist, erscheint auch in der Statistik. Das trifft auf alle zu, die nicht mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten können oder auch krankgeschriebene Arbeitslose. Weiterhin alle, die in der Fort- und Weiterbildung sind sowie in Trainings- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Auch Ein-Euro-Jober zählen nicht mit. Ebenso die Arbeitslosen, die einen privaten Anbieter mit der Vermittlung beauftragen, fallen aus der Statistik. Wer älter als 58 Jahre ist und mindestens 1 Jahr Hartz IV bezogen hat, aber kein Job-Angebot erhalten hat (was die Regel ist), ist laut Statistik auch nicht arbeitslos. Für den Stadtverband sind das z.Z. ca. 6.000 Arbeitslose, die in der Statistik nicht erscheinen.
So erfreulich es ist, dass Jüngere wieder schneller in Arbeit finden, so sind Jubelszenarien angesichts der ungelösten Probleme am Arbeitsmarkt völlig fehl am Platze.

Thomas Brück

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