06.05.2008 | Energiekonzept

Die saarländischen Kommunen stehen derzeit vor großen Herausforderungen: Der Strukturwandel erfordert kreative Lösungsansätze. Für uns ist der konsequente Umbau der Energiewirtschaft ein wichtiger Teil davon. Auf unserem letzten Landesparteitag haben wir deshalb ein Energiekonzept für das Saarland beschlossen, mit dem Ziel, die Kommunen und damit natürlich auch Saarbrücken in diesem Bereich zu stärken. Neben Effizienzsteigerungen in größerem Maße setzen wir auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 600 MW bis zum Jahr 2020.Ein moderneres, dezentrales und wettbewerbliches System muss eine Vielzahl kleiner und mittelgroßer Anlagen, -von hocheffizienten Anlagen mit Gas- und Dampf-Kraft-Wärme-Kopplung bis zu regenerativen Erzeugern-, beinhalten. Diese müssen mit der Nachfrageseite über ein intelligentes Steuerungssystem vernetzt sein. Nur auf diesem Weg sind die Klimaziele, die sich Deutschland gesetzt hat, zu erreichen. Bei alldem darf aber das längerfristige Ziel nicht aus dem Blick geraten. Das heißt ganz klar Klimaneutralität. Um dies zu erreichen, müssen die dezentralen Strukturen gestärkt werden. Ein gutes Beispiel haben wir hier in Saarbrücken mit dem Heizkraftwerk Römerbrücke, das mit Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet, wodurch Energie nicht ungenutzt verloren geht. Das nutzt auch der lokalen Wirtschaft. Denn mit einer stärkeren Nutzung dezentraler Strukturen sind Investitionen verbunden, die Arbeit schaffen für lokale Firmen, Handwerksbetriebe und Zulieferer. Unsere Landeshauptstadt braucht dringend mehr Investitionen in erneuerbare Energien, denn die haben sich in den letzten Jahren immer mehr als Jobwunder entpuppt. Auch im Forschungsbereich könnte Saarbrücken profitieren. Z.B. durch die Einrichtung eines Forschungsschwerpunktes „Energieeffizienz“ und „integrierte Mikrosysteme der Energieversorgung“ sowie eine Ausweitung der Bereiche Grundlagenforschung und anwendungsnahe Energietechnik an den saarländischen Hochschulen.

Claudia Willger-Lambert

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