22.11.2012 | Quo vadis Mühlenviertel?

Oder: Wie sieht das Mühlenviertel in 15 Jahren aus?

Welche neuen Perspektiven ergeben sich durch die Neubebauung des ehemaligen Stadtbadareals? Was ist konkret auf dem Areal geplant? Was muss sich im Mühlenviertel noch alles ändern, damit es für die jetzigen und die zukünftigen BewohnerInnen attraktiver wird?
Diese und viele andere Fragen wurden bei der Veranstaltung der Grünen-Stadtratsfraktion „Fraktion vor Ort – Neue Perspektiven für das Mühlenviertel“ diskutiert. 70 BesucherInnen packten die Gelegenheit am Schopf, mit den verschiedenen Akteuren, die an der Entwicklung des Mühlenviertels arbeiten, zu sprechen und ihre Fragen zu stellen. Keine Diskussion von Fachkundigen und Architekten unter sich sondern jetzige und künftige AnwohnerInnen sowie andere interessierte BürgerInnen nutzten die Möglichkeit, sich über geplante und gewünschte Änderungen im Mühlenviertel zu informieren.

Nach der Vorstellung der Pläne zur Neugestaltung des Stadtbadareals durch den Saarbrücker Architekten Henning Freese verdeutlichte Hans Joachim Müller von der LAG „Pro Ehrenamt“ die soziale Komponente innerhalb der Neubebauung. In der geplanten Wohnanlage für Jung und Alt inklusive Kindertagesstätte und Einkaufsmarkt soll dem Miteinander der zukünftigen BewohnerInnen und einer aktiven Nachbarschaftshilfe viel Platz eingeräumt werden. Deshalb möchte Pro Ehrenamt Gemeinschaftsräume für die BewohnerInnen einrichten mit einem Cafe und Seminarräumen.
Fragen nach der verkehrlichen Situation wurden direkt von der Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer beantwortet. Mit 9.000 Autos täglich auf der Richard-Wagner-Straße und mit 20.000 Autos auf der Dudweiler Straße sei klar, wie hoch die Belastungen für das Viertel seien und auch wie schwierig hier Verbesserungen initiiert werden könnten. Der Verkehr könne nicht einfach verlagert werden, aber die Belastungen könnten gerechter verteilt werden. Dies müsse aber mit den AnwohnerInnen zusammen diskutiert werden.
Der Architekt Carsten Diez, Baubar Urbanlaboratorium Saarbrücken, betonte den Vorteil, den die Nähe des Bahnhofes zum Mühlenviertel habe. Diese Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln plus mehr Radwege plus Carsharing könnten viele AnwohnerInnen dazu motivieren, auf das Auto zu verzichten bzw. es nur dann zu benutzen, wenn es unumgänglich ist. Eine Reduzierung der Stellplätze wäre für die gesamte Stadt ein Gewinn.
Angesichts der Ergebnisse einer Studie, dass in 100.000 Haushalten in Deutschland nur 15.000 Kinder leben, so der kaufmännische Geschäftsführer der Immobiliengruppe Saarbrücken, Christian Patzwahl, stehe das geplante generationenübergreifende Wohnen vor großen Herausforderungen.

Der Moderator des Abends, der Baupolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat, Guido Vogel-Latz schaute am Ende einer angeregten Diskussion im vollbesetzten Raum im MehrGenerationenHaus in der Ursulinenstraße in die Zukunft des Viertels in 15 Jahren: Ein Leuchtturmprojekt für die Stadt mit mehr grünen Flächen als jetzt und mit einer attraktiven Umgebung, in der auch die privaten Hauseigentümer ihre Gebäude hergerichtet und verschönert haben.

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