01.07.2008 | Kreative Zwischennutzung statt Zerstörung eines Baudenkmals

Grüne besuchten Stadtbad St. Johann

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat haben sich anlässlich einer Begehung des über hundertjährigen Baudenkmals Stadtbad St. Johann erneut für eine Zwischennutzung ausgesprochen. Der baupolitische Sprecher, Guido Vogel, erklärt dazu: „Das Stadtbad St. Johann ist eines der interessantesten Gebäude, die das Mühlenviertel prägen. Aber jedes weitere Verzögern von Nutzungsentscheidungen führt zu einer langsamen, aber sicheren Zerstörung der Substanz. Dies wollen wir nicht hinnehmen.“
Das Gebäude warte mit sehr vielen höchst interessanten Hallen, Räumen und Bauelementen auf. Die beiden Schwimmhalllen imponierten auch nach Jahren der Nutzungsaufgabe noch. Für sie könne man sich eine kulturelle Nutzung auch auf längere Sicht vorstellen. Die große Dachfläche über der kleinen Schwimmhalle eigene sich für eine interessante gastronomische Nutzung. Die Vielzahl an sanitären Einrichtungen werfe Fragen nach einer möglichen Nutzung im Gesundheits- und Wellnessbereich auf.
Bislang fehle es an einem Gesamtkonzept für das Gebäude oder auch nur für Teile. Mit zeitlich begrenzten Zwischennutzungen würden aus Sicht der Grünen jedoch Ideen und Konzepte gefördert für eine endgültige Nutzung einerseits und andererseits verhinderten sie den weiteren Verfall und Vandalismus. Vogel dazu: „Bei unserem Besuch mussten wir leider feststellen, dass jemand das riesige Sonnensegel aus dem Dach in der großen Schwimmhalle herausgerissen hat, nicht ohne dabei auch die Deckenverkleidung zu beschädigen. Nicht gereinigte Abflüsse verursachen Wasserschäden. Ideen für Zwischennutzungen sollten daher möglichst schnell weiterentwickelt und zeitnah umgesetzt werden. In anderen Städten geschieht dies, z.B. in Berlin, Dortmund oder auch Roubaix. Jedenfalls gibt es in unserer Stadt immer noch Ideen, Wünsche und ein lebhaftes Interesse am Stadtbad.“
Begleitend zum Stadtbad müsse allerdings auch die Quartiersentwicklung des Mühlenviertels mit in den Blick genommen werden. Hier sei zum Beispiel denkbar, günstigen Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen. Im Zusammenspiel mit einem genutzten Stadtbad könne so eine interessante „Entwicklungszelle“ für urbanes Leben entstehen.

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