29.08.2006 | CDU und FDP hängen Eschberg ab

Grüne: Stadtbahn stellt KundInnen mit Schildern vor vollendete Tatsachen

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat fragen sich, warum CDU und FDP nicht verhindert haben, dass die Stadtbahn Saar GmbH die Direktverbindung vom Eschberg in die Saarbrücker Innenstadt gestrichen hat. Der verkehrspolitische Sprecher Guido Vogel erklärt dazu: „Im zuständigen Aufsichtsrat hätte die Koalition dies mit ihrer Mehrheit verhindern können. Aber das war offensichtlich nicht gewollt.“ Besonders die vielen älteren Menschen, die auf dem Eschberg wohnen, würden dadurch erheblich benachteiligt. „Es ist eine Zumutung, dass alle, die künftig vom Eschberg in die Stadt wollen, übers Römerkastell fahren müssen, egal ob sie dort in die Saarbahn wechseln wollen oder nicht“, so Vogel weiter.

Kritik üben die Grünen auch daran, dass SaarBahn&Bus bereits jetzt dabei sei, die Hinweisschilder der ca. 1.200 Bushaltestellen auf die ab 1. November gültigen, neuen Liniennummern umzustellen. Dies führe nicht nur zur Verwirrung der NutzerInnen des ÖPNV, sondern schaffe auch vollendete Tatsachen ohne dass bisher eine richtige Beteiligung der Öffentlichkeit an den Linienverläufen stattgefunden hätte. Fachbezogene Umwelt- und Verbraucherverbände seien erst gar nicht um ihre Meinung gefragt worden.

Nun könne die Saarbahn sich auf die Argumentation zurückziehen, es sei ja schon alles fertig geplant und es wäre mit einem enormen Aufwand verbunden, jetzt wieder einschneidende Änderungen vorzunehmen. Vogel dazu: „1988 gab es eine ähnliche Situation. Die Fahrgäste konnten erst mit Inbetriebnahme der neuen Linien richtig erkennen, welche Nachteile ihnen entstehen und haben so massiv protestiert, dass nach einem halben Jahr ein neuer Fahrplan in Kraft trat. Um dies zu vermeiden, ist frühe Bürgerbeteiligung notwendig. So ist nicht nur den Kundinnen und Kunden sowie einer ökologischen Verkehrspolitik gedient, sondern auch dem Unternehmen Saarbahn GmbH, das auf unnötigen Imageverlust und unnötige Kosten sicherlich gut verzichten kann.“ Die Grünen haben die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz deshalb in ihrer Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtbahn Saar GmbH in einem Brief aufgefordert, die Umrüstung der neuen Linien zu stoppen.

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