20.12.2007 | ÖPNV in die Konzernspitze

Grüne fordern Qualitätssteigerung für die Kundinnen und Kunden

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat begrüßen die Aussagen des Vorstandschefs Dr.-Ing. Dieter Attig zur Neuaufstellung des VVS-Konzerns in der Energiesparte. Mit seiner Ankündigung, wieder in die Energieproduktion einzusteigen und dabei besonders die dezentrale und regenerative Energieerzeugung zu favorisieren, finde der neue Vorstandvorsitzende die volle Unterstützung der Grünen.

Hohen Reformbedarf sehen die Grünen allerdings noch im Bereich Bus und Bahn. Der verkehrspolitischer Sprecher, Guido Vogel, erklärt dazu: „Nachdem im Bereich Entsorgung und Energie wichtige Entscheidungen getroffen wurden, ist es höchste Zeit, auch die richtigen Weichen für den ÖPNV zu stellen.“ Die Verkehrssparte sei in den letzten Jahren das ungeliebte Kind des Konzerns gewesen und nur als Kostenfaktor betrachtet worden. Nur wenn man sich von dieser Grundeinstellung verabschiede, könne es eine Chance geben, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen und dadurch auch das Defizit im ÖPNV vermindern. „Im Kern bedeutet dies, dass der Konzern die BenutzerInnen des ÖPNV endlich nicht mehr als ,Beförderungsfälle’, sondern als Kundinnen und Kunden betrachten muss“, so Vogel.

Zwar sei die Sparte Bus und Bahn schon dabei, Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen, doch reichten diese nicht aus, um das Defizit zu mindern und vor allem langfristig die Qualität auszubauen. Richtig sei es, dass Verhandlungen mit den Umlandgemeinden und dem Land über eine Teilübernahme des Defizits des ÖPNV durchgeführt würden. „Hier erwarten wir aber auch, dass der Konzern und auch Finanzdezernent Frank Oran (CDU) möglichst schnell Ergebnisse vorlegen, um Planungssicherheit zu erreichen“, so Vogel.

Mit dem Prozess der Marktorientierten Direktvergabe befinde sich der Konzern auf einem richtigen Weg, indem Synergien z.B. im Bereich des Fahrpersonals und der Werkstätten gehoben würden. Hier sei aber mit Sicherheit noch mehr möglich. Vogel dazu: „Durch eine effiziente Zusammenarbeit beispielsweise mit der RSW könnten zusätzlich Synergien entstehen.“

Die Grünen bekräftigen ihre Forderung, dass der Saarbahnanschluss nach Heusweiler bis 2009 fertig gestellt werden müsse. Auch diese führe langfristig zu konstanten Einnahmen und einer Qualitätssteigerung im ÖPNV. „Die BürgerInnen in Riegelsberg haben genug gelitten. Jetzt müssen sie so schnell wie möglich die Vorteile der Saarbahn erfahren.“

All diese „Baustellen“ könnten aber nur dann angemessen bearbeitet werden, wenn der Bereich Bus und Bahn beim VVS-Konzern in der Spitze wieder angemessen personalisiert werde. Vogel dazu: „Wir fordern ein angemessenes Qualitätsmanagement von der Spitze her. Wenn das jetzige Personaltableau dies nicht hergibt, muss entsprechend Abhilfe geschaffen werden.“
Hier gälte es sich nach einer erfahrenen Person aus der Verkehrsbranche umzuschauen. Diese müsse dann aber wirkliche Entscheidungsbefugnisse haben, was eine Positionierung in der Konzernspitze nahe lege.

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