20.09.2006 | ECE muss Öffentlichkeit informieren

Grüne: Verlierer ist der Denkmalschutz

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat üben scharfe Kritik an den Umbauplänen der ECE für die ehemalige Bergwerksdirektion, die im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch vorgestellt wurden. Sie sehen u.a. vor, dass die Decken im Gebäude erhöht werden, um eine angemessene Geschosshöhe für die Geschäfte zu erreichen. Das historische Treppenhaus bleibe zwar erhalten, verliere aber seinen eigentlichen Nutzen, da die Besucherströme darum herumgelenkt würden.

Der Fraktionsvorsitzende Thomas Brück erklärt dazu: „Es ist ungeheuerlich, dass der ECE-Objektentwickler Jens Jäpel es nun so darstellt, als hätte sich hier die Denkmalpflege absolut durchgesetzt. Das macht deutlich, welche Vorstellungen das Unternehmen von Denkmalschutz hat.“ Es stehe zu befürchten, dass sich das Unternehmen auch während der Bauphase wenig um den Denkmalschutz schere. Brück dazu: „Es ist daher sehr wichtig, dass sich die Denkmalschutzbehörde zumindest bei den nun noch ausstehenden Veränderungen während des Umbaus nicht von der ECE das Verfahren diktieren lässt.“

Die Grünen fordern, dass die ECE nun so schnell wie möglich den Bürgerinnen und Bürgern ihr Konzept für die Bergwerksdirektion vorstellt. Brück dazu: „Die ECE hat zugesagt, die Baupläne bis Mitte November so zu visualisieren, dass sie nach Aussagen des Unternehmens auch für Laien verständlich sind und sie dann auch zu präsentieren. Wir denken, dass dies dem Unternehmen, dass nach eigenen Aussagen auf die Kundinnen und Kunden angewiesen ist und für sein Projekt werben möchte, in diesem Zeitraum gelingen müsste.“

Nach Ansicht der Grünen sind noch eine Menge Fragen offen. Nähere Angaben über die Nutzung des Festsaals und andere wichtige Details seien die ECE-VertreterInnen in der Pressekonferenz schuldig geblieben. Brück dazu: „Es konnte von Seiten der ECE z.B. keine klare Auskunft gegeben werden, wer in den Festsaal einziehen wird. Es wurde nur vage gesagt, dass es eine Geschäftsnutzung geben soll, wobei wahrscheinlich keine Gastronomie dort hin käme und man sich auch vorstellen könne, im Festsaal Events zu veranstalten.“ Wie eine solche Mischnutzung funktionieren soll, habe die ECE nicht beantworten können.

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