19.09.2006 | Grüne kritisieren Bauverzögerungen bei der Saarbahn

VVS-Geschäftsführung hat ÖPNV offenbar nicht im Griff

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat haben die Bauverzögerung bei der Saarbahn und die Informationspolitik der Stadtbahn Saar GmbH, die Teil des VVS-Konzerns ist, scharf kritisiert.
Der Fraktionsvorsitzende Thomas Brück erklärt dazu: „Der Konzern ist an seiner Spitze personell offenbar schlecht aufgestellt. Hier zeigen sich die Folgen der falschen Personalentscheidung von CDU und FDP, die die Oberbürgermeisterin vorschnell gezwungen haben, den Arbeitsvertrag des umstrittenen Geschäftsführers der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken, Christoph Dörr, zu unterschreiben.“ Dörr, der bereits durch sein skandalöses Verhalten im Müllskandal in die Kritik geraten sei, sei mit der Weiterentwicklung des ÖPNV offensichtlich überfordert. „Wir fragen uns, wie es angesichts der Probleme durch die Integration von ZKE und des Versagens beim Saarbahnausbau mit dem VVS-Konzern weitergehen soll“, so Brück.

Kritik üben die Grünen insbesondere an der Informationspolitik des Konzerns. Der verkehrspolitische Sprecher Guido Vogel erklärt dazu: „Da das Projekt hauptsächlich über Steuergelder finanziert wird, hat die Öffentlichkeit das Recht, regelmäßig und ausführlich informiert zu werden.“ Insbesondere die direkt Betroffenen, wie die AnwohnerInnen der Baustellen, müssten nun so schnell wie möglich über das weitere Vorgehen informiert werden, um Planungssicherheit zu erhalten. Generell sprechen sich die Grünen für mehr Bürgerbeteiligung aus. Vogel dazu: „Die Diskussion um die Linienetzoptimierung hat gezeigt, welche fatalen Folgen es haben kann, wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht frühzeitig mit in die Planungen einbezogen werden. Nur durch die konsequente Beteiligung der NutzerInnen kann der ÖPNV wirklich optimiert werden.“ Im Falle der Saarbahn-Baustellen hätten nach Ansicht der Grünen Konflikte schon im Vorfeld beseitigt und die Akzeptanz erhöht werden können.

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