19.06.2007 | Damit Mobilität in der Stadt mehr Spaß macht

Grüne erarbeiten mit Experten Verkehrskonzept

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat erarbeiten über den Sommer mit Experten aus dem Umwelt-, Städtebau- und Verkehrsbereich ein Mobilitätskonzept für Saarbrücken. Den Auftakt bildete ein Verkehrsworkshop am 15. und 16. Juni.
Die Ideen aus diesem Workshop wird der ÖPNV-Experte Markus Philipp zu einem Konzept verdichten, das im Frühherbst der Öffentlichkeit und Presse vorgestellt wird.

Einig seien sich die Experten, dass viele Menschen die Verkehrssituation in Saarbrücken als stressig und kompliziert empfinden. Der verkehrspolitische Sprecher Guido Vogel erklärt dazu: „Die kammartige Struktur der Stadtautobahn führt dazu, dass sich der Verkehr relativ ungezügelt in die Stadt ergießt. Ob sich diese Situation durch den Umbau des Ludwigskreisels oder die Fertigstellung der Ostspange verbessert oder im Gegenteil noch verschärft, ist abzuwarten.“

Ein besonders Augenmerk hätten die Experten auf die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger. In Zukunft solle mehr Auto-Verkehr auf öffentliche Verkehrsmittel und das Rad verlagert werden. Vogel dazu: „Nur wenn es in und vor der Stadt eine Wahlfreiheit der Verkehrsträger gibt, haben mittelfristig alle die Möglichkeit, stressfreier in die Stadt zugelangen. Es ist zu überprüfen, inwiefern stark frequentierte Park-and-ride-Parkplätze, wie der in Heinrichshaus gezielt ausgebaut und in der Qualität erhöht werden können. Außerdem wollen wir bestehende Haltepunkt der Bahn auf die Anlegung von weiteren Park-and-ride-Plätzen überprüfen.“

Wichtig sei es außerdem, die Aufenthaltsqualität im und um den Nahverkehr nachhaltig zu verbessern. Dies gelte besonders für das Bahnhofsumfeld, wo sich die Saarbahnhaltestelle in einem katastrophalen Zustand präsentiere.

Um die Wahrnehmung des ÖPNV wollen sich die Grünen ebenfalls kümmern. Vogel dazu: „Der momentan mangelhaften Kommunikationsarbeit der Saarbahn gilt es ein Konzept entgegenzustellen, das die Modernität und Qualität des ÖPNV betont. Es kann nicht sein, dass Kunden des Nahverkehrs als sozial randständig wahrgenommen werden.“

Einen Radanteil von 10% am Gesamtverkehr halten die Experten für möglich, wenn das 2003 beschlossene Veloroutennetz umgesetzt werde. Insbesondere müsse die Situation für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder, im Straßenverkehr nachhaltig verbessert werden. Unübersichtliche Passagen wie der Lützelbachtunnel müssten sicherer gestaltet werden. Auch die Einrichtung von Patenschaften sei in diesem Kontext zu überprüfen.

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