14.10.2005 | Grüne fordern Aufklärung im Fall Quenta

Scharfe Kritik an der Informationspolitik von Stadtverwaltung und Zoodirektor Ceska

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat fordern den für den Zoo zuständigen Kulturdezernenten Walter Schwarz-Paqué und den Zoodirektor Dr. Vaclav Ceska dazu auf, klarzustellen, warum die Stadtratsfraktionen und die Öffentlichkeit nicht über den Abtransport des Gorillaweibchens Quenta informiert wurden. Noch am Dienstag hatten die Grünen Schwarz-Paqué aufgefordert, eine Dringlichkeitssitzung wegen der umstrittenen Abgabe von Quenta einzuberufen. Dies habe Schwarz-Paqué unter Berufung auf ein Informationsschreiben von Zoodirektor Ceska abgelehnt. Der Brief sei den Grünen am Mittwochmorgen von Schwarz-Paqués Sekretärin vorbeigebracht worden. Dass Quenta zu diesem Zeitpunkt bereits abtransportiert worden sei, habe Schwarz-Paqué mit keinem Wort erwähnt.

Der Fraktionsvorsitzende Thomas Brück erklärt hierzu: „Die Verwaltung hat uns Informationen bewusst vorenthalten. Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Diesen Umgang lassen wir uns nicht bieten. Wir fordern die Verwaltung auf, uns und der Öffentlichkeit diesen Vorgang genau zu erklären.“ Mit dem Abtransport Quentas in einer Nacht- und Nebelaktion hätte die Verwaltung wohl bewusst der weiteren berechtigten Kritik von TierschützerInnen zuvor kommen wollen.

In den nächsten Werksausschuss ZGS werden die Grünen deshalb einen entsprechenden Antrag einbringen.

In diesem Zusammenhang fordern die Grünen erneut den Rücktritt von Zoodirektor Ceska. Die „Geheimhaltepolitik“ im Fall Quenta habe deutlich gemacht, dass Ceska verantwortungslos mit Tieren umgehe und sich nicht getraut habe, Ratsfraktionen und Öffentlichkeit rechtzeitig über diesen traurigen Vorfall zu informieren. Brück hierzu: „Nun müssen auch CDU und FDP ihre Augen für die Vorfälle im Zoo öffnen und aufhören, weiterhin ihre schützende Hand über Ceska zu halten wie im Falle des umstrittenen Zoo-Jahresabschlusses.“

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