13.01.2006 | Nicht ohne den Einzelhandel

Grüne plädieren für vernünftigen und kreativen Umgang mit neuem Einkaufszentrum

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat sehen in dem geplanten Einkaufscenter in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Chance, die Attraktivität Saarbrückens zu steigern. Die Fußgängerzone habe dann an beiden Enden zwei Highlights, mit denen sie punkten könne. Der bau- und verkehrspolitische Sprecher Guido Vogel erklärt hierzu: „Folgt man dem so genannten ‚Knochenprinzip’, das davon ausgeht, dass eine Einkaufsstraße dann besonders gut funktioniert, wenn sie oben und unten ein dickes Ende hat wie ein Knochen, d.h. dass dort Publikumsmagneten platziert sind, muss man das Einkaufscenter befürworten. Es steht damit keinesfalls in Konkurrenz zum St. Johanner Markt, sondern stellt eine sinnvolle Ergänzung dar.“
Das Einkaufszentrum gäbe sicherlich auch einen wichtigen Impuls für die Geschäfte auf der gegenüberliegenden Seite in der Bahnhofstraße. Auch der entstehende Eurobahnhof werde dadurch aufgewertet.
Dennoch müsse man auch darauf achten, dass der Aufwand im richtigen Verhältnis zum Ertrag stehe. Vogel dazu: „Konkret geht es darum, innerstädtische Verkaufsangebote nicht totzuschlagen, sondern sinnvoll zu ergänzen.“ Deshalb müssten die EinzelhändlerInnen bei den weiteren Planungen unbedingt mit ins Boot. Denn Saarbrücken brauche auch weiterhin eine attraktive Einkaufsstraße. Vogel hierzu: „Es bringt Saarbrücken keinen Mehrwert, wenn die Filialisten, die momentan in der Bahnhofstraße ihren Laden haben, in das neue Einkaufszentrum umziehen. Diesen Effekt, den das Saarpark-Center in Neunkirchen gehabt hat, müssen wir in Saarbrücken verhindern.“ Bei der Größenordnung des neuen Einkaufscenters stehe es zu befürchten, dass viele Ketten dorthin umziehen, ohne dass viele neue Geschäfte entstehen. Deshalb sei es dringend geboten, nun EinzelhändlerInnen und Verantwortliche des Einkaufscenters an einen Tisch zu bringen. Sinnvoll und fair fänden es die Grünen, wenn die Filialisten ihre Verträge frühzeitig offen legen würden bevor Geschäfte aus der Stadt „plötzlich“ aus der Bahnhofstraße verschwinden und man sie im neuen Einkaufszentrum wieder findet. Vogel dazu: „Nur wenn die Stadt jetzt rechtzeitig handelt, braucht sie später kein Leerstands-Management zu betreiben.“ In der Pflicht sehen die Grünen auch die City-Management GmbH. „Wenn es nun die City-Management GmbH schon gibt, dann muss sie sich auch um die Integration des neuen Einkaufszentrums kümmern. Es darf nicht passieren, dass das Einkaufszentrum eine Konkurrenzveranstaltung zum Einzelhandel wird.“, so Vogel abschließend.

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