12.01.2007 | Wohnen ohne Kultur?

Grüne: Stadt muss Investor für das Stadtbad nennen

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat setzen sich dafür ein, dass die Verwaltung den Investor für das Stadtbad nennt. Dies geht aus einem Antrag für den Kulturausschuss am 18. Januar und den Bauausschuss am 24. Januar hervor. Sie reagieren damit auf einen Artikel in der Saarbrücker Zeitung, in dem Stadtverwaltung und Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) auf Anfrage bestätigten, dass es einen Investor für das Stadtbad gäbe. Der baupolitische Sprecher Guido Vogel erklärt dazu: „Wenn es entsprechende Pläne gibt, dann muss die Verwaltung Ross und Reiter nennen und die Pläne in den zuständigen Gremien vorstellen. Die Stadtverordneten müssen im Ausschuss frühzeitig darüber informiert werden.“

Die Grünen hatten sich immer wieder für eine kulturelle (Teil-)Nutzung des Stadtbads stark gemacht. Von Baudezernent Dieter Ehrmanntraut (CDU) will die Fraktion deshalb wissen, wie er zu der Aussage komme, dass ein Kulturzentrum, wie es die Projektgruppe „Stattbad“ vorgeschlagen habe, „damit wohl endgültig vom Tisch sei“.

Bisher gäbe es noch die Vereinbarung zwischen der Künstlergruppe und der LEG, dass die kleine Schwimmhalle für Kultur genutzt werden könne. Der Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecher Thomas Brück erklärt dazu: „Es gibt einen eindeutigen Stadtratsbeschluss aus Februar 2005. Danach sind die Bereiche Kunst und Kultur so weit wie möglich mit zu berücksichtigen bei den Planungen für das Stadtbad.“ Die Grünen werden sich weiterhin für eine kulturelle Nutzung der kleinen Schwimmhalle mit dem Mosaik von Fritz Zolnhofer am Kopfende einsetzen. Brück dazu: „Das wäre ein toller Veranstaltungsort und das richtige Signal für 2007. Immerhin sind wird dieses Jahr Kulturhauptstadt.“

Ein besonderes Augenmerk legen die Grünen auch auf die Einhaltung des Denkmalschutzes, der nicht noch einmal unter die Abrissbirne kommen dürfe. Brück dazu: „Der geplante Umbau der Bergwerksdirektion ist ein denkmalpflegerisches Desaster, das sich beim Stadtbad auf keinen Fall wiederholen darf.“ Deshalb wollen die Grünen von der Verwaltung auch wissen, wie sich die Planungen des Investors für eine Wohnanlage mit den Denkmalschutzauflagen vereinbaren lassen.

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