03.06.2005 | Grüne wollen attraktiven Rodenhof

Erlebniswert des Landschaftsparks muss gesichert werden

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat freuen sich auf den Landschaftspark Ludwigsberg. Nachdem der Bezirksrat Mitte grünes Licht gegeben hat, können die Arbeiten zur Aufwertung des historischen Landschaftsparks zwischen Ludwigskreisel und der Realschule Ludwigsberg beginnen. Bereits im Herbst 2006 soll der Park fertig sein. Der umweltpolitische Sprecher Guido Vogel erklärt hierzu: „An dieser Stelle ist die Stadtverwaltung zu loben, die in Zeiten leerer Kassen mit viel Eigeninitiative und Kreativität hohe Zuschüsse der Europäischen Union für dieses Projekt eingeworben hat.“

Die Grünen befürchten jedoch, dass die Freude am Rodenhof von kurzer Dauer sein kann. Der Erlebniswert des Landschaftsparks könne schon bald durch mehr Verkehrslärm und Abgase gemindert werden. Hauptgrund für diese Sorge sei das Festhalten der CDU-Fraktion an einer Verschwenkung der Autobahn A1 auf die A 623. Durch diese Baumaßnahme würde nicht nur der „Urwald vor der Stadt“ zerschnitten, sondern auch die Verkehrsbelastung auf und um den Rodenhof stark zunehmen. Auf der Camphauser Straße werde sich laut aktuellem Verkehrsentwicklungsplan die Zahl der Fahrzeuge pro Tag um über 25% von heute 25.000 auf rund 32.000 erhöhen. Auch auf dem Rodenhof selbst werde sich die Zahl der Fahrzeuge auf der Grühlingsstraße durch die geplante Verschwenkung der A1 erhöhen. Dies führe zu mehr Lärm und Abgasen auf dem Rodenhof. Für Guido Vogel ist daher klar: „Die Bürgerinnen und Bürger auf dem Rodenhof dürfen nicht durch neue Straßenbauprojekte um den längst überfälligen Zugewinn an Lebensqualität betrogen werden.“

Allen politisch Verantwortlichen in Saarbrücken müsse klar sein, dass die Landeshauptstadt Saarbrücken in den kommenden Jahren weiter an Bevölkerung verlieren wird. Vogel hierzu: „Wer diesen Trend aufhalten will, muss dafür sorgen, dass es auch weiterhin Stadtteile gibt, die insbesondere Familien mit Kindern ein attraktives und finanzierbares Zuhause bieten können. Der Rodenhof ist ein solcher Stadtteil und muss es auch in Zukunft bleiben. Ein klares Bekenntnis zum Rodenhof als intakter und lebenswerter Stadtteil muss daher mehr sein als die Wiederherstellung des Landschaftsparks.“ Wenn das Ludwigsparstadion weiterhin Spielstätte des 1. FC Saarbrücken bleibt, müsse bei Fußballspielen und Großveranstaltungen dringend ein verbessertes ÖPNV-Angebot geschaffen werden. Dies sei u.a. deshalb nötig, um eine Beschädigung der Parkanlagen durch wild parkende Fahrzeuge zu verhindern. Außerdem müsse der Bau einer Fuß- und Radfahrerbrücke über die Camphauserstraße vorangetrieben werden, damit die Insellage des Rodenhofs aufgebrochen wird. Vogel abschließend: „Wir hoffen, dass auch die anderen Parteien im Stadtrat einsehen, dass mehr Verkehr auf und um den Rodenhof die jetzigen Maßnahmen konterkarieren würde.“

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