16.12.2004 | Grüne. Investitionen in Bildung als Standortvorteil nutzen

Die Grünen im Stadtrat Saarbrücken haben die Grundschuldschließungspläne der CDU-Landesregierung scharf kritisiert. Die schulpolitische Sprecherin, Karin Burkart, erklärt hierzu: „Bildungsminister Jürgen Schreier hat aus dem schlechten Abschneiden der deutschen Schülerinnen und Schüler bei den Pisa-Studien und der OECD-Studie nichts gelernt. Mit Grundschulschließungen darauf zu reagieren, ist eine völlig verfehlte Politik, die dem Land auf lange Sicht erheblich schaden wird.“ Die Grundschulschließungen seien außerdem im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel zu diskutieren. Die Landesregierung vergesse bei ihren Planungen, dass die Schulstandortfrage auch für die sozialräumliche Entwicklung von großer Bedeutung sei. Darauf habe Prof. Dr. Dieter Filsinger anlässlich einer Tagung der grünen Stadtratsfraktion zum Thema „Demografischer Wandel in den Kommunen“ zu Recht hingewiesen. „Die Qualität der sozialen und kulturellen Infrastruktur ist ein Standortfaktor, der darüber entscheidet, ob sich Menschen und Unternehmen an einem Ort ansiedeln oder nicht“, erklärt Burkart. Deshalb fordern die Grünen die Landesregierung auf, die Schule im Dorf zu lassen. „Die Grundschulen vor Ort sind wichtig für die Wohn- und Lebensqualität. Kurze Schulwege sind sowohl für Kinder als auch deren berufstätige Eltern von großer Bedeutung.“ Es sei jedoch klar, dass in Zeiten knapper Kassen jeder seinen Sparbeitrag leisten müsse und damit auch die Schulen nicht außen vor bleiben dürften. Deshalb zeigen die Grünen andere Formen auf, um Geld zu sparen. Dies sei z.B. bei den Rektoren möglich. „Wir können uns vorstellen, dass ein Rektor für seine Schule und gleichzeitig noch für eine weitere Schule, die von der Schließung bedroht ist, zuständig ist“, erklärt Burkart. Ziel sei es, dadurch eine bessere Vernetzung der Schulen untereinander zu erreichen. Denkbar sei auch eine Zusammenlegung der SchülerInnen aus dem 4. Schuljahr. Viertklässler könnten mit einem Bus in die Nachbarschule gebracht werden. In ländlichen Gegenden können sich die Grünen auch einen klassenübergreifenden Unterricht vorstellen. Weitere Lehrerinnen und Lehrer wollen die Grünen aber nicht einsparen.

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