01.12.2004 | Grüne: Stadt muss bei Theater mitentscheiden

Die Grünen im Stadtrat Saarbrücken üben scharfe Kritik an der von der CDU-Landesregierung geplanten 25-prozentigen Etatkürzung beim Saarländischen Staatstheater. Der Fraktionsvorsitzende Thomas Brück erklärt hierzu:
„Das Staatstheater ist ein Aushängeschild für die Kultur, das nicht zerschlagen werden darf. Sicherlich muss auch das Staatstheater in der prekären Haushaltslage seinen Sparbeitrag leisten, das darf aber nicht dazu führen, dass ganze Sparten in Gefahr sind.“ Die grüne Ratsfraktion kritisiert außerdem, dass die Landesregierung ihren Sparplan nicht nur über die Köpfe der Theater-Verantwortlichen, sondern auch über die Köpfe der Saarbrücker Ratsfraktionen hinweg entschieden hat. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar. Immerhin ist die Stadt durch Pensionszahlungen mit über einer halben Million Euro an der Finanzierung des Theaters beteiligt“, so Brück.
Die Forderung von FDP-Chef Christoph Hartmann nach einer weiteren Mitfinanzierung des Theaters durch die Landeshauptstadt und den Stadtverband Saarbrücken sei nur dann diskutabel, wenn die Stadt an anderer Stelle vom Land entlastet werde. Dies sei zum Beispiel durch eine Übernahme des Zoos durch das Land denkbar. Bereits im September hätten die Grünen die Schaffung eines Saarland-Zoos, der die kommunalen Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen aufnimmt, gefordert. „Durch ein abgestimmtes Zoo-Konzept könnten die Zoos an Attraktivität gewinnen und der Saarbrücker Kulturhaushalt würde erheblich entlastet. Denn der Zoo wird mit rund 2.250.000 Euro aus dem Kulturetat finanziert. Wenn der Zoo in eine landesweite Trägerschaft kommt, könnte dieses Geld tatsächlich für kulturelle Projekte wie z.B. eine finanzielle Unterstützung des Staatstheaters ausgegeben werden“, so Brück.

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