04.02.2019 | Messegelände: Diskussion über Südumfahrung ist fehlgeleitet

Saarbrücken, 04.02.2019. Die Grünen im Stadtrat halten die vor dem Hintergrund des anstehenden Verkaufs des Messegeländes erneut diskutierte Südumfahrung für vollkommen fehl am Platz. Die Realisierung eines solchen Projektes würde implizieren, dass der motorisierte Individualverkehr in Saarbrücken künftig zunimmt. Ziel einer nachhaltigen Verkehrspolitik müsse jedoch sein, den Pkw- und Lkw-Verkehr zugunsten des ÖPNV und des Radverkehrs zu reduzieren.

„Mit dem bevorstehenden Verkauf des Messegeländes an einen Investor macht die Stadt den Weg für die Ansiedlung von Gewerbetreibenden frei, was Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaftskraft stärken wird. Daher befürworten wir den Verkauf ausdrücklich und betonen, dass uns an einer Ansiedlung moderner, möglichst emissionsfrei arbeitender Unternehmen und Startups gelegen ist. Das Gelände ungenutzt brach liegen zu lassen, kann ebenso wenig eine Option sein wie die Nutzung eines Teils der Fläche zur Schaffung einer Südumfahrung für Saarbrücken. Die Realisierung Letzterer wäre nicht nur aus finanzieller Sicht Unfug, sondern würde implizieren, dass wir in Saarbrücken in Zukunft noch mehr Pkw und Lkw haben werden. Das steht den Anforderungen einer umweltfreundlichen, nachhaltigen Verkehrspolitik diametral entgegen“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, Torsten Reif.

Ziel müsse hingegen der konsequente Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur und des ÖPNV-Angebots in Saarbrücken und im Umland sein, damit die Nutzung dieser Verkehrsmittel eine Alternative für die Bürger*innen für die Fahrt mit dem Pkw wird. „Wir können die Verkehrswende nicht schaffen, wenn in den Köpfen die Ansicht zementiert ist, dass der Auto- und motorisierte Lieferverkehr in der Stadt gleich bleibt beziehungsweise zunimmt. Aktuelle Diskussionen über eine Südumfahrung beziehungsweise den Bau eines Tunnels zeugen von einer Verkehrspolitik, die den Erfordernissen unserer Zeit nicht gerecht wird. Die Verkehrswende können wir nur schaffen, wenn ein Umdenken in den Köpfen stattfindet. Nur, wenn wir durch Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs die Lärm- und Schadstoffemissionen reduzieren, werden wir unsere Landeshauptstadt lebenswert für zukünftige Generationen erhalten“, so Reif abschließend.

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