26.03.2008 | Kommunale Akteure müssen mehr für Klimaschutz tun

Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat fordern von allen kommunalen Akteuren verstärkte Anstrengungen für mehr Klimaschutz. Obwohl der Klimaschutz mittlerweile einer der Hauptjobmotoren mit fast 250.000 neuen Arbeitsplätzen darstelle, gäbe es im Amt für Wirtschaftsförderung immer noch kein Konzept, wie die Stadt davon profitieren könne. Der umweltpolitische Sprecher, Guido Vogel, erklärt dazu: „Es gibt weder eine forcierte Bestandspflege der vorhandenen Firmen noch eine gezielte Ansiedlung von Firmen im Bereich Energieeffizienz und regenerative Energien. Eine Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft oder der Universität mit dem Ziel einer Vernetzung von Forschung und Wirtschaft vermissen wir ebenfalls.“
Die regenerative Energieerzeugung in Saarbrücken und Umgebung müsse endlich angekurbelt werden. Vogel dazu: „Wir begrüßen ausdrücklich die Ankündigung des VVS-Geschäftsführers Dr. Dieter Attig, mit den Stadtwerken wieder in die Energieerzeugung bzw. in die Kraft-Wärme-Kopplung einzusteigen.“
Viel Geld und Energie lässt sich nach Ansicht der Grünen durch die Sanierung von öffentlichen Gebäuden sparen. Des Weiteren fordert die Ratsfraktion erneut ein umfassendes Schulungskonzept für das Personal, das sich um die Gebäude der Stadt und ihrer Töchter kümmert, da sich 20 Prozent der Energiekosten durch den umweltbewussten Betrieb von Energieanlagen in Gebäuden einsparen ließen. Das Verhalten der NutzerInnen spiele eine entscheidende Rolle. Deshalb fordern die Grünen, dass die Projekte „Ökologische Schule“ und „Ökologischer Kindergarten“ zu einem Maßnahmenprogramm „Ökologische Verwaltung“ weiterentwickelt werden. Ein erster Schritt sei hier die genaue Nebenkostenabrechnung mit den Verwaltungseinheiten, um diesen Sparimpulse zu geben.
Den Ausbau von Solarflächen müsse die Stadt nicht nur symbolisch unterstützen, sondern auch konkrete Hilfestellungen anbieten. Vogel dazu: „Städte wie Oldenburg oder auch die kleine nordsaarländische Gemeinde Wadern sind uns da weit voraus. In Zusammenarbeit mit privaten Investoren oder der Universität wurden alle privaten und öffentlichen Dachflächen der Kommune auf den Einsatz für Fotovoltaik untersucht. In Saarbrücken hat man bisher nur ansatzweise diese Strategie verfolgt. Die Ausschreibung der Dächer zur Fotovoltaiknutzung durch den Gebäudemanagementbetrieb der Stadt hat sich für viele potenzielle BetreiberInnen eher als bürokratisches Hindernis erwiesen und bis heute wurde auf keinem der ausgeschriebenen Dächer eine Anlage errichtet.“
Des Weiteren fordern die Grünen eine Stärkung von Radverkehr und ÖPNV. Vogel dazu: „Wir möchten, dass das Veloroutennetz, das nun bereits seit vier Jahren auf Eis liegt, endlich angepackt wird. Und die Stadt braucht dringend ein Park&Ride-Konzept.“ Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen in den Ausschuss für Bau, Verkehr und Freiraum eingebracht.

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